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Cholesterinwert erhöht: Folgen und Tipps

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Hohe Cholesterinwerte im Blut gelten als Risikofaktor für Herzkrankheiten und Co. Welche Folgen können schlechte Cholesterinwerte im Körper noch haben und wie kann man seinen Cholesterinspiegel erfolgreich senken, sodass es erst gar nicht zu negativen gesundheitlichen Konsequenzen kommt? Wir haben die Antworten für Sie.


Viel LDL kann Arteriosklerose verursachen

Ist im Körper zu viel LDL im Umlauf, regulieren die Zellen im Normalfall diesen Überschuss von selbst und nehmen weniger von dem Cholesterin auf. Gleichzeitig wird die Herstellung von Cholesterin in der Leber runtergefahren.

 

Ist der LDL-Anteil im Blut jedoch erheblich zu hoch, genügen diese Maßnahmen nicht mehr. Das überflüssige Cholesterin setzt sich unter anderem an den Gefäßwänden der Arterien fest. In der Folge verkalken die Gefäße – eine Arteriosklerose entwickelt sich. Diese kann durch die entstehenden Durchblutungsstörungen viele weitere ernstzunehmende Erkrankungen wie einen Herzinfarkt mit sich bringen.

 

Da im Falle eines erhöhten LDLs enorme gesundheitliche Schäden drohen können, sollte man stets einen Blick auf seinen LDL-Cholesterin-Spiegel achten. Bei Erwachsenen sollte dieser unter 160 Milligramm pro Deziliter Blut liegen.


Folgen eines schlechten HDL/LDL-Verhältnisses

Ist zu viel LDL oder zu wenig HDL im Blut enthalten, kann das HDL nicht mehr alle Cholesterinmoleküle abtransportieren. Diese setzen sich dann in den Blutgefäßen fest und die Gefäßverkalkung beginnt. Außer zur Arteriosklerose kann es auch zur Bildung von Thromben, also Ablagerungen an der Gefäßinnenwand kommen.

 

Die Folgen beider Krankheiten sind fatal, denn aus solchen koronaren Herzkrankheiten (KHK) erfolgt häufig ein Herzinfarkt. Ebenso können durch die Thromben Lungenembolien oder ein Schlaganfall entstehen. Auch die sogenannte Schaufensterkrankheit kann auftreten, eine arterielle Verschlusskrankheit.


Das Gesamtcholesterin

Normalerweise besteht das Gesamtcholesterin zu 70 Prozent aus LDL- und zu 30 Prozent aus HDL-Cholesterin. Das Verhältnis zwischen diesen beiden – der LDL/HDL-Quotient – ist der Arteriosklerose-Risiko-Index. Ist dieser kleiner zwei, spricht das für ein geringes Arteriosklerose-Risiko. Liegt der Wert über vier besteht hingegen ein hohes Risiko.


Risikofaktoren falsche Ernährung und Übergewicht


Falsche Ernährung und Übergewicht sind zwei wesentliche Risikofaktoren, da sie leicht eine "Überfettung" des Blutes auslösen können. Dazu kommen Bewegungsmangel und erbliche Faktoren, die den Fettstoffwechsel verändern, sowie Schilddrüsenerkrankungen.

All diese Faktoren erhöhen über die Verschlechterung der Blutfette das Risiko, von den genannten Krankheiten betroffen zu werden.


Den Cholesterinwert senken


Um ein erhöhtes Cholesterin zu senken, bieten sich zwei Möglichkeiten an: Einerseits kann man die Zufuhr von Cholesterin über die Nahrung drosseln, andererseits kann man die körpereigene Produktion hemmen.

 

Ersteres ist leichter zu erreichen und auch vollkommen ungefährlich. Der menschliche Körper kann für seine Cholesterinversorgung aufgrund seiner Eigenproduktion komplett selbst aufkommen, sodass eine Mangelerkrankung hier nicht zu befürchten ist. Durch geschickte, wohlschmeckende und konsequente Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann viel getan werden.


Will man jedoch die körpereigene Herstellung des Cholesterins einschränken, muss auf Medikamente ausgewichen werden.


Ernährung umstellen – worauf soll ich achten?


Cholesterin ist zum ersten nur in tierischen Nahrungsmitteln enthalten. Zum zweiten kommt es dort natürlich vermehrter vor, je fetthaltiger die Speisen sind.

 

Eine berüchtigte Cholesterinbombe ist zum Beispiel das Hühnerei, wobei aber nur das Eigelb Cholesterin enthält. In einem Ei steckt bereits so viel Cholesterin, wie als tägliche Dosis maximal empfohlen wird. Hinzu kommen "versteckte" Eier, die sich zum Beispiel in Nudeln und Backwaren finden.

 

Auch Milch (und damit auch Butter) ist ein tierisches Nahrungsmittel und enthält viel Cholesterin. Die Verwendung von mageren Milchprodukten kann hier helfen. Meeresfrüchte wie Garnelen sind ebenfalls wahre Cholesterinbomben, und sollten in Maßen verzehrt werden.


Cholesterinhaltige Lebensmittel


Um den Cholesterinspiegel in einem gesunden Bereich zu halten, sollten Sie auf diese Lebensmittel besser verzichten oder sie nur in Maßen genießen:

  • fettes, rotes Fleisch
  • Krusten- und Schalentiere
  • Wurst mit hohem Fettgehalt
  • Milchprodukte mit hohem Fettgehalt
  • Fast Food und Fertiggerichte
  • Süßigkeiten

Aber: Ob das Cholesterin aus Lebensmitteln wie Eiern den Cholesterinspiegel im Blut überhaupt beeinflussen kann, ist wissenschaftlich umstritten. Für den Cholesterinspiegel viel entscheidender ist die gesamte Ernährungsweise. Doch auch die individuelle Veranlagung spielt eine wesentliche Rolle.


Das kann helfen, den Cholesterinspiegel zu senken


Prinzipiell empfiehlt es sich, ballaststoffreich und fettarm zu essen, wenn die Blutfettwerte über dem Normwert liegen. Eine vorwiegend mediterrane Kost mit viel Gemüse ist dringend anzuraten.

 

Regelmäßige moderate Bewegung (Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren), hilft ebenfalls, den Cholesterinspiegel dauerhaft zu senken.


Was passiert bei der medikamentösen Therapie?


Wenn nichts Anderes hilft, können auch Medikamente, die den Fetthaushalt des Blutes "zurechtrücken" sollen, zum Einsatz kommen. Doch auch hiermit kann man sich nicht aus einer Umstellung seiner Ernährung herausstehlen, denn die Arzneitherapie ist allenfalls ein Zusatz.

 

Als freiverkäufliche Arzneimittel gibt es in der Apotheke solche, die Artischockenextrakte enthalten. Diese sollen eine Senkung des LDLs und eine Steigerung des HDLs bewirken und außerdem den Gallenfluss verstärken, sodass insgesamt mehr Cholesterin verbraucht wird. Auch Knoblauch wird ein cholesterinsenkender Effekt zugeschrieben, und entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke. Die Wirkung solcher pflanzlichen Präparate ist wissenschaftlich jedoch umstritten.

 

Darüber hinaus gibt es noch Medikamente, die der Arzt verschreiben muss. In jedem Fall sollte man, wenn die Blutfettwerte schlecht sind, einen Arzt um Rat fragen.

 

Quelle:
gesundheit.de

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