Über Videosprechstunde in Kontakt: Hebamme Katharina Maucher und Dr. Kay Goerke / Quelle Stiftung kreuznacher diakonie

TeleHebamme kommt per Video-Chat ins Wohnzimmer

Wie schwierig es in Deutschland vielerorts ist, eine Hebamme zu finden, wissen viele Mütter aus eigener Erfahrung. Caroline Bienert aus Dörth hat zahlreiche Hebammen vor der Geburt ihrer Tochter angerufen und angeschrieben, bevor sie schließlich mit TeleHebamme Katharina Maucher in Kontakt kam.

Bei der TeleHebamme handelt es sich um ein neues kostenloses Beratungsangebot der Stiftung kreuznacher diakonie. Es richtet sich an Mütter, die bis zur Geburt noch keine niedergelassene Hebamme für die Wochenbettbetreuung gefunden haben. Über eine Videosprechstunde werden diese zwölf Wochen lang von den beiden examinierten Hebammen Katharina Maucher und Annika Frank betreut.

„Der Hebammenmangel führt leider dazu, dass immer mehr Wöchnerinnen ohne Nachsorge-Hebamme bleiben“, beobachtet Dr. Kay Goerke. Er ist Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe und hat das EU-geförderte Projekt der TeleHebamme gemeinsam mit der LAG Hunsrück im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Für dieses Engagement im Rahmen der Nachsorge hat das Team gerade den zweiten Platz beim StartUp- und Digitalisierungs-wettbewerb erhalten.

Goerke ist klar, dass in der ersten Phase nach der Geburt die Hausbesuche von Hebammen essentiell sind für die Gesundheit von Mutter und Neugeborenem: „Wenn aber eine Familie keine Hebamme für die aufsuchende Wochenbettbetreuung findet, brauchen wir die telemedizinische Beratung und die Videosprechstunde.“

In den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt sind Hebammen meist erste Ansprechpartnerinnen: Sie sorgen sich intensiv um Mutter und Kind, beantworten alle Fragen und unterstützten die Familien in der neuen Situation. Diese unersetzliche Hilfe leisten Katharina Maucher und Annika Frank auch als TeleHebamme – nur über Tablet, PC und Smartphone.

„Stillberatung, Rückbildungsgymnastik oder das richtige Anlegen eines Tragetuchs – all das können wir während der Hebammensprechstunde gemeinsam besprechen und praktisch üben“, erklärt Katharina Maucher. „Die Frauen sind froh, wenn sie per Video-Chat einfach mit uns reden können und Fragen stellen können. Erst recht in Pandemie-Zeiten, wenn Kontakte zu Familie und Freunden reduziert sind.“

Mit dem Angebot der TeleHebamme sorgt die Stiftung kreuznacher diakonie dafür, dass junge Eltern und ihre Neugeborenen im Kreis Bad Kreuznach und im Rhein-Hunsrück-Kreis auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus sicher versorgt sind.

TeleHebamme Katharina Maucher und Chefarzt Dr. Kay Goerke sind am Donnerstag, 20. Mai, von 8 bis 9 Uhr zu Gast bei Antenne Bad Kreuznach und erklären, wie die die digitale Hebammensprechstunde funktioniert. 

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