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Sandras Leben ist mehr als 60 Kilo leichter

v.l.n.r. Die beiden Plastischen Chirurgen Dr. André Borsche und Dr. Mathis Renner mit Sandra Dönnhoff im Garten der Stiftung kreuznacher diakonie.
v.l.n.r. Die beiden Plastischen Chirurgen Dr. André Borsche und Dr. Mathis Renner mit Sandra Dönnhoff im Garten der Stiftung kreuznacher diakonie.

25 Jahre Plastische Chirurgie: Narben stehen für den Erfolg

 

„Ich trage meine Narben mit stolz“, sagt Sandra Dönnhoff. Das glaubt man der 30jährigen Frau, die fast immer lächelt, viel lacht und deren Augen stetst strahlen. Noch vor vier Jahren wog sie 60 Kilo mehr. Dann hat es Klick gemacht. Karfreitag lud sie eine Abnehm-App herunter. Zwei Jahre später hatte die Ernährungsumstellung Spuren hinterlassen – auf der Waage und am Körper: Der Hautüberschuss am Bauch und an den Armen, der sie beim Sport massiv behindert hat, wurde im Krankenhaus der Stiftung kreuznacher diakonie in Bad Kreuznach entfernt – letzte Einschnitte zu einem neuen Leben. Die Narben stehen also für Sandra Dönnhoffs ganz persönlichen Erfolg.

 

„Postbariatrische Wiederherstellungschirurgie“ ist der Fachbegriff für Operationen, die die Körpersilhouette nach massiver Gewichtsreduktion wiederherstellen sollen. Dr. Mathis Renner, Leitender Oberarzt der Plastischen Chirurgie am Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach, ist Spezialist für diese Art der Gewebestraffung. Er hält unter anderem Vorträge. So hat auch Sandra Dönnhoff den Chirurgen kennengelernt. „Wenn ich mich damals im Spiegel betrachtet habe, sah ich ganz fürchterlich aus!“, erzählt die hübsche Bad Kreuznacherin. Wohlgemerkt: Nachdem sie ihr Gewicht von 150 Kilo auf 90 gesenkt hatte. Denn die Haut hatte sich nicht wieder zurückgebildet.

  

„Diese überschüssige Haut haben wir weggenommen“, erklärt Dr. Mathis Renner. Der 37Jährige kam während seines Medizinstudiums für das Praktische Jahr nach Mainz. Heute ist er der 2. Mann bei Chefarzt Dr. André Borsche, der vor 25 Jahren die Plastische Chirurgie in Bad Kreuznach aufgebaut und zu einer der wegweisenden Fachabteilungen in Deutschland gemacht hat. Sandra Dönnhoffs Hautlappen waren nicht nur ein kleiner Makel. Sie haben massiv die Lebensqualität der Frau eingeschränkt, die so diszipliniert daran gearbeitet hat, ihr Gewicht zu reduzieren und damit ihre Gesundheit zu retten. Denn über kurz oder lang hätte ihr Körper das massive Übergewicht nicht ausgehalten: Knochen, Kreislauf und Stoffwechsel hätten schwere Folgeschäden erlitten.

  

„Ich habe gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen“, sagt die Frau, die in einer Weinkellerei in Bingen arbeitet. Familie, Freunde und auch ihr Arbeitgeber haben sie dabei unterstützt, ihr Leben leichter zu machen. Woran sie in den zwei Jahren als die Kilos schwanden nicht gedacht hatte, war Folgendes: Die Haut war und ist überdehnt. Nach dem Gewichtsverlust hängt und scheuert sie am Körper und ist bei jeder Bewegung im Weg. Die Hautlappen schwanken und schmerzen bei jedem Schritt. Sandra Dönnhoff war unglücklich.

 

Heute drei Operationen später ist das wieder anders. Sie ist stolz auf ihren Körper, trägt leichte Sommerkleider und lacht: „Ich bin ein Genuss-Mensch. Ich fühle mich wohl in meiner Haut und bin meinem Körper total dankbar, dass er das alles geschafft hat – auch die Operationen.“ Zu Dr. Mathis Renner hat sie ein vertrauensvolles Verhältnis. „Wir kriegen das hin“, hatte er 2019 zu ihr gesagt. Die Krankenkasse war der gleichen Ansicht. Und für Sandra Dönnhoff hat er gehalten, was er versprochen hat: „Ich bin selbstbewusster, aktiver. Die Zahl auf der Waage ist gar nicht so wichtig. Es ist das Gefühl, das man hat, wenn man steht und geht!“

 

Am Samstag, 31. Oktober, ab 10 Uhr, findet ein Symposium zum Thema „25 Jahre Plastische Chirurgie in Bad Kreuznach“ statt. Fachkollegen der Abteilung aus Bad Kreuznach, aber auch aus ganz Deutschland werden an diesem Tag darüber referieren, was dieser Zweig der Chirurgie bewegen kann. Die Veranstaltung ist in der Theodor Fliedner Halle in Bad Kreuznach und ist offen für jedermann.

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