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Körper & Psyche

Dieter Jeromin: Die Hypnose als Behandlungsmethode

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 3 Min. Lesezeit
Dieter Jeromin: Die Hypnose als Behandlungsmethode

Noch immer ist das Phänomen der Hypnose umgeben mit Vorstellungen von Magie und übernatürlichen Kräften. Wir kennen Überlieferungen aus dem alten Ägypten, die bereits eine Behandlung durch die Sprache beschreiben, wie den Ebers-Papyrus, den Georg Ebers 1872 zuerst entdeckte. 

 

Ebenso eine viel sprechende Stele aus der Zeit Ramses II.

Ein überliefertes Textdokument des persischen Arztes Avicenna (980–1037) aus dem Jahr 1027 beschreibt einen Zustand hypnotischer Trance.

Ebers Papyrus
Ebers Papyrus
Teilansicht einer Stele aus dem alten Ägypten
Teilansicht einer Stele aus dem alten Ägypten

 

Die uns bekannte therapeutische Anwendung dieses Zustandes beginnt jedoch erst mit dem 1753 am Bodensee geborenen Franz Mesmer, der in Wien Medizin studierte und fasziniert von der kürzlich durch Isaac Newton entdeckten Schwerkraft als Ursache für die Planetenbewegung an eine vergleichbare Auswirkung derartiger Kraftfelder auf den menschlichen Körper glaubte. Er hatte einen ersten Therapieerfolg als er, wie er glaubte, 1774 durch Magnete eine mehrstündige Leidensbesserung bei seiner Patientin Francisca Österlin erreicht hatte. Bald wurde ihm klar, dass er dieselbe Wirkung auch ohne Magnete erreichen konnte, indem er Druck auf bestimmte Körperstellen ausübte während er den Patienten tief in die Augen sah. Er nannte dies sodann den Animalischen Magnetismus ohne zu ahnen, das es sich um eine rein psychische Auswirkung handelte.

 

Dies wurde sodann zuerst von James Braid (1795 – 1860), einem schottischen Chirurgen erkannt, der dann wohl auch für die Namensgebung "Hypnose” verantwortlich war. Er sprach zunächst von Neuro-Hypnotismus (griechisch Ὕπνος = ‚Schlaf‘), einem Zustand, bei dem im Gegensatz zum normalen Schlaf, die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Inhaltspunkt konzentriert und von dem Rest der Wahrnehmungen abgezogen ist, was zu einem fortschreitenden Zustand der Entspannung führt, den er als "nervösem Schlaf“ bezeichnete.

 

Schließlich verlagerte der 1840 im Elsass geborene Hippolyte Bernheim den Schwerpunkt von dem körperlichen Zustand bei der Hypnose auf die psychologische Auswirkung der gesprochenen Worte bei der Suggestion und gilt seither als der Erstbeschreiber der therapeutischen Hypnose, wie wir sie heute verstehen.

 

In den Pionierjahren  bestand noch keine weitreichende praktische Erfahrung und das Verfahren wurde oft als Wundermittel angesehen, was zu manchen bitteren Enttäuschungen führte. So auch bei der Erforschung der Psyche durch Sigmund Freud, der sich sodann bald gänzlich von dieser Vorgehensweise abgewendet hat. Die medizinischen Möglichkeiten der Hypnose waren somit für längere Zeit in Missgunst gefallen, bis der 1901 im US-Staat Nevada geborene Psychiater und Psychotherapeut Milton Erickson, der selbst an Kinderlähmung litt, diese wieder erfolgreich als Therapiemethode eingeführt hat. Die Teilnehmerzahlen an den Kongressen der verschiedenen Gesellschaften für Heilhypnose hat seither stetig zugenommen.

 

Typische Heilanzeigen (Indikationen) für eine Hypnosebehandlung, die heutzutage auch oft verbunden mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen durchgeführt wird, sind: Phobien, Belastungsstörungen, Übergewicht, Schlafstörungen, Sexualstörungen, akuter und chronischer Schmerz, Tabakmissbrauch, nächtliches Einnässen (Enuresis). Darüber hinaus bewährt sich die Hypnose auch bei manchen anderen Störungen, insbesondere aus dem Bereich der Psychosomatik. Sie kann aber nicht alles behandeln und findet ihre Grenzen, wenn weiterreichende organische Ursachen zugrunde liegen oder schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen bzw. Persönlichkeitsstörungen bekannt sind.

 

Daher ist stets eine ärztliche Abklärung der Beschwerden erforderlich bevor man guten Gewissens eine erfolgversprechende Hypnosebehandlung beginnen kann.


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Fragen an unser Redaktionsmitglied Dieter Jeromin über die

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