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Körper & Psyche

Erfahrungsbericht: Colitis Ulcerosa von Herrmann K.

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 3 Min. Lesezeit
Erfahrungsbericht: Colitis Ulcerosa von Herrmann K.

Im Frühjahr 2014 traten erstmals  Magen-Darm-Beschwerden und Blut im Stuhl auf. Da meine beiden Elternteile von solchen Beschwerden immer berichtet hatten, in der Folge an Darmkrebs erkrankt und auch daran gestorben sind,  war ich sensibilisiert und habe damals schnellstens meinen Hausarzt aufgesucht, der mich umgehend zur Darmspiegelung überwiesen hatte.

 

Das Ergebnis:

Einige Polypen (kein Krebs) - aber ein in Teilen stark entzündeter und blutender Darm.

Die genaue Diagnose lautete Colitis ulcerosa.

 

Es folge die Behandlung mit dem Wirkstoff Mesalazin (Pentasa) - aber ohne Erfolg. Es kam immer wieder zu einem Schub und das konnte auch die Gabe von Cortison (Prednisol) nicht verhindern. Insgesamt fühlte ich mich damals körperliche und geistigen immer weniger leistungsfähig und das Cortison veränderte mein Äußeres deutlich.

 

Im nächsten Schritt bekam ich mit Azathioprin ein Immunsuppressiva. Das setzt die Funktion des Immunsystems herab. Die Substanz wird im Körper rasch in Wirkstoffe umgewandelt, die die Erbsubstanz im Zellkern daran hindern, sich zu vermehren. Zudem werden diese Wirkstoffe in die Erbsubstanz eingebaut, sodass diese ihre Informationen nicht mehr richtig weitergeben kann.

 

Als sich auch hier kein langfristiger Erfolg einstellte, bekam ich das Medikament Remicade. Das ist eine Infusionslösung mit dem Antikörper Infliximab. Infliximab ist ein monoklonaler Antikörper, der in der Therapie bei fortgeschrittenen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen verwendet wird. Infliximab hilft dabei die Entzündung des Darmes unter Kontrolle zu bringen, indem es den für Entzündungen wichtigen Botenstoff Tumornekrosefaktor alpha (TNFα) unschädlich macht. Leider stellen sich recht schnell sehr hohe Leberwerte ein und das Medikament musste abgesetzt werden.

 

In der Folge kamen verschiedene Biologika zum Einsatz, die alle 4 Wochen in Form von Spritzen und Infusionen verabreicht wurden. Dabei handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Eiweißsubstanzen, die gegen bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers oder direkt gegen Immunzellen gerichtet sind.
Im Immunsystem sind etliche Botenstoffe für die Vermittlung der Entzündungsvorgänge im Körper verantwortlich; einer der bei chronischen Entzündungen sehr wichtigen Botenstoffe ist der Tumornekrose-Faktor-alpha. Erst bekam ich den TNF-alpha-Blocker Adalimumab mit dem Handelsnamen Humira - als hier die Wirkung nach einigen Monaten nachgelassen hatte, wurde der Wirkstoff Golimumab mit dem Handelsnamen Simponi versucht. Alle diese Wirkstoffe zeigten bei mir eine sehr gute und schnell Wirkung allerdings längstens 6-9 Monate.

 

Jetzt bekomme ich alle 6 Wochen eine Infusion mit dem Wirkstoff Vedolizumab. Vedolizumab gehört zu einer Gruppe von biologischen Arzneimitteln, die als monoklonale Antikörper bezeichnet werden. Entyvio - so heißt das Medikament - wirkt, indem es ein Protein auf der Oberfläche von weißen Blutkörperchen blockiert, die bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn die Entzündung verursachen. 

 

Tatsächlich bin ich jetzt seit über einem Jahr ohne Beschwerden und vertrage die Infusionen bisher sehr gut.
Besonders freut es mich, dass die Darmspiegelung zudem ergab hat, dass der ursprünglich entzündete Darmabschnitt fast ganz abgeheilt ist.

 

Ich habe die Leberwerte immer im Blick - schaue aber positiv in die Zukunft.

 

Herrmann K.

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