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Schaufenster auf 100.000 Substituierte am ersten „Aktionstag Substitution“

Kontaktlose Caritas-Aktion am „NaheRaum – Kirche anders“ in Bad Kreuznach

 

Am Mittwoch, 5. Mai, läuft der erste bundesweite „Aktionstag Substitution“. Als Motto haben die Initiatoren – darunter die Deutsche Aidshilfe – eine klare Zielformulierung ausgegeben: „100.000 Substituierte bis 2022“. Die Suchberatungsstelle der Caritas in Bad Kreuznach stellt sich hinter den Appell, den übrigens auch die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig unterstützt. Am Aktionstag von 11 bis 15 Uhr gestalten Caritas-Beratungskräfte die Schaufenster des „NaheRaum – Kirche anders“ der City-Pastoral Bad Kreuznach in der Mannheimerstraße 82 (Ecke Klappergasse).

 

„Uns ist natürlich bewusst, dass die Zahl mehr als ambitioniert ist“, räumt Suchtberater Christian Schaller aus dem Bereich „Aufsuchende Arbeit“ ein.  „Von den geschätzt 165.000 Opioidabhängigen in Deutschland befinden sich bislang nur rund 80.000 in einer Substitutionsbehandlung.“

 

Umso besser diene die Einhunderttausender-Marke aber als Aufhänger, um Interesse auf ein Thema zu lenken, das nach Schallers Meinung tatsächlich viel mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient und braucht. Unser „Schaufenster auf 100.000 Substituierte“ am Aktionstag füllen wir deshalb mit unterschiedlichen Perspektiven.

Dafür haben wir im Rahmen unserer Beratungsarbeit kurze Statements Betroffener anonym gesammelt, die wir nun aushängen. In gleicher Weise werden Angehörige „zu Wort kommen“ – sie haben im Vorfeld beispielsweise ihre Hilflosigkeit, aber auch ihren Wunsch nach Hilfe artikuliert. Politische Positionierungen „pro Substitution“ und entsprechende Erläuterungen des Gesetzgebers komplettieren die Zitate-Sammlung.

Platz bietet das Schaufenster außerdem der gesamtgesellschaftlichen Haltung – sofern diese denn überhaupt schon formuliert ist: „Gibt es eigentlich bereits eine Lobby, die auf breiter Basis für die Verbesserung der Möglichkeiten zur Substitutionsbehandlung eintritt?“, fragt Schaller.

 

Diese Zusammenschau soll dazu anregen, eine eigene Einschätzung zu entwickeln und vielleicht auch die persönliche Wahrnehmung zu schärfen: Ist das Thema „Substitution“ für mein Lebens- und Wohnumfeld vielleicht doch relevant?

 

Um Antwort wird gebeten, weiterreichende Fragen sind ausdrücklich erwünscht – beides kann man kontaktlos hinterlassen: Am „NaheRaum“ werden eigens dafür sogenannte „Impuls-Briefkästen“ aufgehängt. Christian Schaller hofft auf rege Beteiligung, um die Schaufenster-Aktion damit weiterzuentwickeln und sie möglicherweise im Sommer zu wiederholen.

 

Weitere Vorab-Infos bei Christian Schaller (Caritas Bad Kreuznach), Tel.: 0671/83828-23; E-Mail: C.Schaller@caritas-rhn.de.

 

Quelle:

Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V.

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