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Neue Studie an der Universität Leipzig zeigt: Myrrhe-Arzneimittel stabilisiert die Darmbarriere und wirkt Darmentzündungen entgegen

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 4 Min. Lesezeit
Neue Studie an der Universität Leipzig zeigt: Myrrhe-Arzneimittel stabilisiert die Darmbarriere und wirkt Darmentzündungen entgegen

obs/CGC Cramer-Gesundheits-Consulting GmbH/© T. Weidner.

Neue Studie an der Universität Leipzig zeigt: Myrrhe-Arzneimittel stabilisiert die Darmbarriere und wirkt Darmentzündungen entgegen / Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle stabilisieren die Darmbarriere und wirken Darmentzündungen entgegen.

Eine aktuelle Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie die pflanzliche Arzneimittelkombination aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle auf mehrfache Weise bei Magen-Darm-Erkrankungen hilft. Bei den Untersuchungen an einem komplexen Labormodell des Darms, die an der Universität Leipzig durchgeführt wurden, stellten die Forscher folgendes fest: Die Arzneipflanzen wirken sowohl einzeln als auch in Kombination gegen Entzündungen im Darm und stabilisieren die Darmbarriere. "Bei den Laboruntersuchungen der Kombinationen konnten wir auch beobachten, dass sich die drei Arzneipflanzen sowohl bei der Entzündungshemmung als auch der Stabilisierung der Darmbarriere gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken", erläutert Dr. Cica Vissiennon, Projektleiterin an der Universität Leipzig. Myrrhe und Kaffeekohle stabilisierten dabei die Darmbarriere vergleichbar gut wie das häufig verordnete Kortisonpräparat Budesonid. "Mit unseren neuen Ergebnissen können wir nun noch besser verstehen, wie und warum die unterstützende Behandlung mit einem Myrrhe-Kombinationsarzneimittel die Leiden vieler Magen-Darm-Patienten wirksam lindern kann", so Vissiennon.

 

Für ihre aktuelle Studie arbeiteten die Leipziger Forscher mit einem komplexen Zellkulturmodell der entzündeten Darmschleimhaut. "Damit können wir Entzündungsvorgänge und Barrierestörungen der Darmschleimhaut im Labor simulieren - zwei Faktoren, die bei vielen Darmerkrankungen eine wichtige Rolle spielen", erklärt Vissiennon. Die Wirkung der drei Arzneipflanzen wurde in diesem Modell sowohl einzeln als auch in Kombination untersucht.

 

Entzündungshemmend und Darmbarrierestabilisierend

 

Myrrhe-, Kaffeekohle- und Kamillenblütenextrakt hemmten die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen aus Darm- und Immunzellen und wirken damit Entzündungsprozessen im Darm entgegen. "Myrrhe und Kaffeekohle steigerten außerdem die schützende Wirkung der Darmbarriere - die Effektstärken waren im Labormodell vergleichbar mit der Referenzsubstanz Budesonid, einem verbreiteten Kortisonpräparat, das häufig bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn eingesetzt wird", so die Forschungsleiterin. Dieser Effekt sei von besonderem Interesse für die Therapie, denn die Darmbarriere muss das Eindringen von gefährlichen Bakterien und Stoffen in den Körper verhindern. "Ist die Darmbarriere geschädigt, wird sie angreifbar und durchlässig für Giftstoffe, Allergene oder sogar Mikroorganismen - was als eine mögliche Ursache verschiedener Darmerkrankungen wie Reizdarm, Zöliakie oder Colitis ulcerosa diskutiert wird", erläutert Vissiennon.

 

Arzneipflanzen kombinieren = Wirkung verstärken

 

Die Forschungen an der Leipziger Universität zeigten darüber hinaus noch den sogenannten "Synergieeffekt": Bei der kombinierten Untersuchung der drei Pflanzenextrakte konnten die Wissenschaftler beobachten, dass sich diese im Bereich Entzündungshemmung und Stabilisierung der Darmbarriere gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Bereits Untersuchungen an der Charité Berlin belegten, dass die Arzneipflanze Myrrhe die Darmbarriere stabilisiert und sie vor schädlichen Einflüssen schützt . 

 

Myrrhe-Arznei: Wirkung in Studien belegt

 

Neben dieser stabilisierenden Wirkung auf die Darmbarriere zeigten Untersuchungen an deutschen Universitäten zuvor, dass ein Myrrhe-Kombinationsarzneimittel auch Entzündungen und Krämpfe lindern kann. Eine Beobachtungsstudie mit mehr als 1.000 Patienten zeigte zudem, dass die unterstützende Behandlung mit der Phytoarznei zur Besserung des Gesamtbeschwerdebilds bei Reizdarm sowie chronisch- und akut-entzündlichen Darmerkrankungen führte. Eine weitere Studie an den Kliniken Essen-Mitte ergab, dass die Pflanzenkombination bei Colitis ulcerosa zur Erhaltung der beschwerdefreien Phase (Remission) vergleichbar wirksam war wie die Therapie mit dem chemischen Standardmedikament Mesalazin. Seit Mai 2018 empfiehlt auch die für Ärzte wichtige S3-Leitlinie Colitis ulcerosa: "Eine Kombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle kann zur Verlängerung der Remission eingesetzt werden."Pflanzliche Arzneimittel mit der Dreierkombination werden bereits seit mehr als 60 Jahren erfolgreich zur unterstützenden Behandlung bei Magen-Darm-Störungen eingesetzt, besonders wenn diese mit Durchfall, Krämpfen und Blähungen einhergehen.


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