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Corona

Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg, Leiter des Gesundheitsamtes Bad Kreuznach

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 3 Min. Lesezeit
Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg, Leiter des Gesundheitsamtes Bad Kreuznach

Die Pandemie ist noch nicht zu Ende!

Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg, Leiter des Gesundheitsamtes Bad Kreuznach, weiß: „Die Corona-Epidemie ist noch lange nicht vorbei. Verglichen mit einem Marathon haben wir erst 10 km erreicht und haben damit den entsprechend größten Teil noch vor uns. Alle Bürger sind daher gut beraten, sich ohne Ausnahmen an die geltenden Verordnungen zu halten“.

 

Man könne weiterhin davon ausgehen, dass viele Menschen das Virus in sich tragen und dieses auch weitergeben, ohne dies zu wissen. Denn in den meisten Fällen verläuft die Erkrankung symptomfrei und ohne Infektanzeichen. Dennoch verbreiten sie das Virus unaufhaltsam weiter, wenn die Umstände dies zulassen.

„Wenn die Viren die Chance haben sich zu vermehren, werden sie diese auch unerbittlich ergreifen. Diese Chancen erhalten die Viren durch Unachtsamkeit der Menschen“
, warnt der Amtsarzt. Deshalb: „Handeln Sie vernünftig, achten Sie auf Ihre Mitmenschen und halten Sie sich ohne Ausnahmen an die geltenden Verordnungen. Nur so schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen und geben den Viren keine Chance, sich weiter zu verbreiten“.

 

In der letzten Zeit seien besonders häufig Verhaltensfehler im Umgang mit der aktuellen Situation zu beobachten, durch welche dann Infektionsketten entstehen. Hierzu gibt Dr. Lichtenberg zwei Beispiele aus der Praxis: „Trotz eindeutiger Symptome, wie Fieber, wird zu einem Vorstellungsgespräch gegangen. Die Händedesinfektion wird zu Beginn vergessen und bei der anschließenden Begehung des Betriebes ist der gebotene Abstand schwer einzuhalten. Aus Routine und Höflichkeit werden zum Abschied natürlich die Hände geschüttelt. Das Corona-Virus kann sich über solche Einladungen zur Weiterverbreitung nur freuen.

 

Gerade auch größere Feiern und Ansammlungen, bei denen viele Menschen auf engem Raum und im schlimmsten Fall ohne Abstands- und Hygieneregeln zusammenkommen, stellen ein enormes Infektionsrisiko dar. Dies haben wir erst kürzlich bei einer privaten Feier feststellen müssen, zu der die Gastgeberin trotz vorher deutlich vorhandener Symptome, wie Fieber, Husten und Durchfall, mehr als 20 Personen eingeladen hat. Einige Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome war die entsprechende Person genau zu dem Zeitpunkt der Party wahrscheinlich besonders infektiös. Zusätzlich wurden neben der Feier enge Familienkontakte gepflegt, ungeachtet eindeutiger Symptome. Dem Virus wird es in solchen Fällen unverständlicherweise wirklich einfach gemacht.“ Um in solchen Fällen zumindest nach Bekanntwerden der Infektion die Verbreitung einzudämmen, werden alle engen Kontaktpersonen (Kategorie 1) aus dem Landkreis – auch jene auf der Party – in Quarantäne geschickt.

 

Auch wenn die aktuellen Lockerungen der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen dazu animieren, wieder mehr Freizeit zu genießen, gelte es, weiterhin wachsam und Umsichtig zu bleiben. „Nur die aktuell geringen Infektionszahlen haben die Lockerungen überhaupt erst zugelassen. Diese können allerdings nur durch unentwegte Achtsamkeit und ausnahmsloses Befolgen der gelten Richtlinien langfristig erhalten werden“. Daher appelliert Dr. Lichtenberg: „Sei es bei privaten Feiern, im Restaurant oder beim Einkaufen: Halten Sie sich, in Verantwortung gegenüber Ihrer Mitmenschen, an die geltenden Hygieneregeln und vermeiden Sie unnötige und direkte Kontakte. Denn nur gemeinsam schaffen wir es, die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen, Infektionsketten zu verhindern und Leben zu schützen. Denken Sie bitte alle daran, dass sorglose und leichtfertige Verhaltensweisen im Umgang mit der Pandemie das Potenzial haben, wie bereits einige Male in ganz Deutschland erlebt, ein Corona-Hotsport-Szenario auszulösen. Dies gefährdet nicht nur die bisher erreichten Lockerungen, sondern vor allem auch unsere Mitmenschen“.

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