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Wespenstich – was tun? Tipps zur Behandlung!

Antje Lindert-Rottke -AdobeStock.com

Gerade in den Sommermonaten verbringen wir gerne viel Zeit an der frischen Luft, gehen barfuß durch den Garten oder frühstücken ausgiebig auf der Terrasse. Oft dauert es dann nicht lange, bis die lästigen Wespen von dem süßen Duft der Getränke und Speisen angelockt werden. Häufig reagieren wir auf die unliebsamen Insekten mit hektischen Bewegungen oder Wegpusten, wodurch sie aggressiv werden können und es schnell zu einem Stich in die Hand oder den Arm kommt. Wie Sie dann am besten reagieren, wann Sie zum Arzt gehen sollten und wie Sie die Symptome bei einem Wespenstich wirksam behandeln, erfahren Sie im Folgenden.

Wie sieht ein Wespenstich aus?

Ist es zu einem Wespenstich gekommen, zeigt sich dieser als Erstes mit einer sehr schmerzhaften Einstichstelle. Im Regelfall wird die betroffene Stelle rot, schwillt als Zeichen einer lokalen Entzündung an und schmerzt.

 

Diese Reaktion zeigt sich bei nahezu jedem Betroffenen, da unser Körper auf das Wespengift mit einer Histamin-Ausschüttung reagiert. Die Folge sind eine lokale Entzündungsreaktion und ein ausgeprägter Juckreiz. Neben der Rötung und Schwellung kann die Stelle auch heiß werden, was ein weiteres typisches Entzündungszeichen ist.


Bei einem Wespenstich bleibt der Stachel in der Regel nicht in der Haut stecken – im Unterschied zu einem Bienenstich, bei dem der Stachel meistens in der Haut zurückbleibt und die Biene dabei zugrunde geht. Wespen nutzen einen Stich als Verteidigung und können im Laufe ihres Lebens auch mehrfach zustechen. Dabei kann es dazu kommen, dass Bakterien am Stachel haften bleiben und beim nächsten Stich zu einer Infektion führen. 

 

Wie lange bleibt eine Schwellung nach einem Wespenstich bestehen?

Die Reaktion auf einen Wespenstich zeigt sich oftmals wie beschrieben, kann aber je nach Person in der Ausprägung der Symptome stark variieren. In der Regel zeigen sich die Rötung und Schwellung bereits in den ersten Minuten nach einem Einstich. In diesem Zeitraum sollte der Betroffene auch gut beobachtet werden, ob es möglicherweise zu Zeichen einer allergischen Reaktion kommt, oder ob sich das Geschehen auf die Einstichstelle begrenzt. Wie lange ein Wespenstich schmerzt, hängt von vielen Faktoren ab und ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden.

 

Symptome wie Rötung, Schwellung und Juckreiz können über mehrere Tage bis zu einer Woche bestehen bleiben. Dabei sollte die Reaktion im Verlauf der Zeit abnehmen und die Schwellung sich allmählich zurückbilden.

Was genau passiert bei einem Wespenstich?

Das Gift, welches über eine Giftdrüse am Ende des Stachels der Wespe in die Haut abgegeben wird, enthält gewisse Eiweiße, auf die unser Körper reagiert. In der Folge schüttet der Körper Histamin aus. Dieser Botenstoff führt zu einer Weitung und damit zu einer verstärkten Durchblutung der Gefäße. Zudem werden diese durchlässiger für Proteine und Wasser.

 

Dadurch kommt es an der betroffenen Stelle zu Rötungen, Überwärmung und einem Ödem (Wassereinlagerung). Auch der lästige Juckreiz entsteht durch die Ausschüttung des Histamins. Kommt es zu einer übermäßigen Ausschüttung des Botenstoffes mit entsprechenden Symptomen, sprechen wir von einer allergischen Reaktion.

Wie äußert sich eine allergische Reaktion?

Bei etwa drei Prozent der Weltbevölkerung kommt es zu einer allergischen Reaktion auf Bienen- oder Wespenstiche. Dabei zeigt sich eine heftige Reaktion auf das Gift, indem die Einstichstelle massiv anschwillt, eine großflächige Rötung über das betroffene Hautareal hinaus sowie ein ausgeprägter Juckreiz einsetzen. Des Weiteren kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Nasenlaufen
  • Heiserkeit
  • Herzrasen
  • Kurzatmigkeit

Sollten sich diese Symptome einer allergischen Reaktion zeigen, kann für den Betroffenen akute Lebensgefahr bestehen und ein Notarzt sollte unbedingt alarmiert werden. Bei einer solchen Reaktion des Körpers besteht die Gefahr, dass es zu einem Atemstillstand kommt.

Menschen, bei denen eine Allergie gegen Wespen- oder Bienengift bereits bekannt ist, sind mit einem Notfallset ausgestattet, welches immer mitgeführt werden sollte. Darin sind ein sogenannter Adrenalin-Autoinjektor, Glucocorticoide und ein Antihistaminikum enthalten, die im Akutfall sofort zugeführt werden sollten. 

Außerdem wichtig zu wissen ist, dass jeder eine allergische Reaktion gegen Wespengift entwickeln kann, unabhängig davon, wie oft bereits Stiche erfolgt sind oder wie alt derjenige ist. Deshalb sollte immer auf das Auftreten von Alarmzeichen geachtet werden.

Was hilft bei einem Wespenstich?

In der Akutphase gibt es einige Möglichkeiten, was Sie selbst tun können, um die Symptomatik eines Wespenstiches einzudämmen. Im Folgenden geben wir Ihnen sieben Tipps, wie Sie einen Wespenstich richtig behandeln.


1. Behandlung mit Hitze

Direkt nach dem Einstich ist es oftmals hilfreich, der Schwellung mit einer Hitzebehandlung vorzubeugen. Die bereits erwähnten Eiweiße im Wespengift können ab einer Temperatur von 50 °C zerstört werden, sodass sich die Schwellung gar nicht erst in vollem Maße entwickelt.

Dafür kann beispielsweise ein Löffel auf 50 °C erhitzt und anschließend auf die Einstichstelle gehalten werden. Da bei dieser Methode jedoch das Risiko einer versehentlichen Verbrennung recht hoch ist, ist es besser, auf entsprechende Geräte zurückzugreifen. Elektrische Stichheiler erzeugen die richtige Temperatur und müssen nur für wenige Sekunden gezielt auf den Stich gedrückt werden. 

2. Kühlen der Schwellung

Falls es bereits zu einer Schwellung gekommen ist, hilft es, die Stelle zu kühlen, um starken Schmerz und Juckreiz zu lindern. Hierfür können Kühlpads, Eiswürfel oder spezielle Gels aus der Apotheke verwendet werden. Dabei sollte man das Kühlelement in ein Tuch wickeln und mit dem Tuch die Stelle kühlen, um der Haut keinen Schaden durch übermäßige Kälte zuzufügen. 

3. Natürliche Hausmittel bei einem Wespenstich

Als natürliches Hausmittel gegen ausgeprägten Juckreiz bei einem Wespenstich hilft oftmals auch kalter Essig. Ein weiteres Hausmittel zur Behandlung eines Wespenstiches sind Zwiebeln. Diese sollte man am besten halbieren und mit der angeschnittenen Seite auf die betroffene Stelle legen, um den Stich einerseits zu kühlen und andererseits den entzündungshemmenden Effekt zu nutzen. Falls nichts dergleichen zu Hand ist, hilft es kurzfristig auch, die Stelle mit Speichel zu betupfen. 

4. Behandlung mit Mitteln aus der Apotheke

Sollten diese Anwendungen nicht ausreichen oder der Juckreiz zu sehr quälen, können auch Gels mit antihistaminergen Wirkstoffen angewendet werden. Bei starken Schmerzen oder massiver Schwellung der Einstichstelle kann auch das entzündungshemmende Ibuprofen in Tablettenform eingenommen werden.

5. Stachel steckt noch: Was tun?

Bei Wespenstichen kommt es in seltenen Fällen vor, dass der Stachel des Insekts doch in der Haut steckenbleibt. Ist dies der Fall, sollte vorsichtig versucht werden, den Stachel zu entfernen, ohne dass dieser weiter Gift in die Haut abgibt.

6. Gift nicht aussaugen

In keinem Fall sollte man versuchen, das Gift mit dem Mund aus der Einstichstelle zu saugen. Über diesen Weg kann sich das Wespengift leichter und schneller im Körper verteilen und möglicherweise zu einer Blutvergiftung führen. 

7. Nicht kratzen

Auch wenn ein Wespenstich juckt, sollte er auf gar keinen Fall manipuliert (zum Beispiel ausgedrückt) oder gekratzt werden, da es auf diesem Weg zu einer bakteriellen Infektion des Stiches kommen kann. Ein entzündeter Insektenstich dauert meistens länger und muss konsequent behandelt werden.

Was tun bei einem Wespenstich im Mund?

Ist es zu einem Wespenstich im Mundbereich oder Rachenraum gekommen, sollte ein Notarzt hinzugezogen werden. Diese Bereiche sind mit Schleimhaut ausgekleidet und reagieren daher besonders sensibel. Ein Anschwellen der Schleimhäute kann im schlimmsten Fall die Atemwege verlegen und eine normale Atmung behindern. Bis zum Eintreffen des Notarztes kann durch Eiswürfel lutschen versucht werden, den betroffenen Bereich zu kühlen und somit das Anschwellen zu bremsen. 

Wespenstich am oder im Auge

Sollte die Wespe in den Augapfel gestochen haben, muss nicht gleich der Notarzt alarmiert werden. Es sollte aber äußerst zeitnah ein Arzt aufgesucht werden, damit sich dieser das Auge ansehen und gegebenenfalls Reste des Stachels entfernen kann.

Befindet sich der Wespenstich in der Nähe des Auges und sind die damit einhergehenden Symptome im normalen Rahmen, können die oben beschriebenen Tipps zur Linderung weiterhelfen.

Wespenstich bei Kindern

Kinder sind oftmals häufiger von Wespenstichen betroffen, da sie gerne barfuß im Gras spielen sowie süße Getränke und Speisen mögen, welche die Insekten anlocken. Außerdem geraten Kinder bei Anwesenheit einer Wespe schneller in Panik und neigen zu hektischen Armbewegungen.  

 

Prinzipiell läuft die Reaktion auf das Wespengift ähnlich ab wie bei einem Erwachsenen und ist nur in seltenen Fällen gefährlich. Es kommt dabei aber vor allem auf die betroffene Stelle an. Erfolgt ein Insektenstich an den Armen oder Beinen, ist das in der Regel weniger gefährlich für das Kind als ein Stich im Rachen- und Mundbereich, wie beispielsweise den Lippen, oder wenn eine Wespe sogar verschluckt wurde. Da in einem solchen Fall durch ein übermäßiges Anschwellen der Atemwege eine Gefährdung besteht, sollte ein Notarzt hinzugezogen werden, um eine freie Atmung sicherzustellen.

 

Außerdem können auch Kinder eine allergische Reaktion auf Wespengift zeigen. Dann besteht ebenfalls akute Lebensgefahr und ein Notfallset sollte bereitliegen sowie der Notarzt gerufen werden.

Wespenstiche vermeiden: Hilfreiche Tipps und Mittel zur Vorbeugung

Fliegen Wespen um einen herum, ist es wichtig, sich möglichst ruhig zu verhalten und die Insekten weder wegzuschlagen noch anzupusten. Nur so kann man eine zusätzliche Stimulation zu aggressivem Verhalten verhindern. Denn das Kohlendioxid in unserer Atemluft wird von Wespen als Alarmsignal verstanden und fordert sie zum Angriff auf. Versuchen Sie auch, das Verhalten auch an Ihre Kinder zu vermitteln, um sie vor der schmerzhaften Erfahrung zu bewahren.

 

Beachten Sie außerdem folgende Tipps, um einem Wespenstich vorzubeugen:

  1. Lebensmittel (insbesondere auch Fleisch und Wurst) sollten nicht offen im Freien stehen, sondern entweder abgedeckt oder nach drinnen gebracht werden.
  2. Wenn Sie Getränke im Freien zu sich nehmen, sollte am besten aus einem Strohhalm getrunken werden, um das Schlucken einer Wespe zu verhindern.
  3. Außerdem sollten Sie starke Parfüms sowie bunte Kleidung vermeiden und stattdessen helle, dezente Farben tragen.
  4. Sollten sie draußen essen, gibt es die Möglichkeit, einen eigenen Teller mit beispielsweise überreifen Trauben etwas entfernt vom Essbereich für die Wespen bereitzustellen, um deren Aufmerksamkeit zu binden.

Sollte es trotzdem mal zu einem Wespenstich gekommen sein, bleiben Sie am besten ruhig und beobachten die betroffene Stelle sowie mögliche Begleitsymptome, um bei Verschlechterung des Zustandes direkt handeln zu können.

Quellen:
gesundheit.de

Fritsch, P. (2009): Duale Reihe Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Verlag.

Rassner, G. (2009): Dermatologie: Lehrbuch und Atlas. Elsevier, 9. Auflage.

Online-Informationen des Universitätsklinikums Essen (2018): Was hilft wirklich gegen Wespenstiche? (Abruf: 08/2020)

Nabieva, N. / DocCheck Flexikon: Wespengift. (Abruf: 08/2020)

AMBOSS: Anaphylaxie-Notfallset. (Abruf: 08/2020)

Merz, S. / DocCheck Flexikon: Insektenstich. (Abruf: 08/2020)

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