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25 Jahre Plastische Chirurgie im Diakonie Krankenhaus

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 4 Min. Lesezeit
25 Jahre Plastische Chirurgie im Diakonie Krankenhaus
Ritika Sardar vor 25 Jahren, 2003 mit Dr. André Borsche und 2020 in Bad Kreuznach
Ritika Sardar vor 25 Jahren, 2003 mit Dr. André Borsche und 2020 in Bad Kreuznach

Mit der Haut wird immer auch ein bisschen Mut verpflanzt.

BAD KREUZNACH. Ein kleines dunkles Mädchen mit einem schrecklich entstellten Gesicht ist auf dem alten Foto zu sehen. Auf dem anderen Bild steht eine lachende junge Frau mit langen Haaren zu sehen, die mit offenem Blick selbstbewusst in die Kamera lächelt. Dazwischen liegen 25 Jahre, viele, viele Operationen, tausende Kilometer und die Lebensgeschichte zweier Menschen. Der eine Mensch heißt Dr. André Borsche und hat damals ganz frisch am Diakonie Krankenhaus in Bad Kreuznach angefangen. Heute ist er Chefarzt der bundesweit bekannten Abteilung für Plastische Chirurgie. Am anderen Ende des Globus lebt Ritika Sardar, eine der ersten Patientinnen, die er damals in Bad Kreuznach operierte und damit ihr Leben veränderte.

 

„Tierfellnävus“ heißt eine Art Muttermal. Bei der kleinen Ritika in Indien ist dieses fast schwarze Mal über das halbe Gesicht gezogen und stark behaart. Gerade mal 1 Jahr war das Mädchen alt, als sie auf Initiative von Dr. André Borsche nach Deutschland kam. Der damals 40 Jahre alte Medizinier war gerade aus Frankfurt ans Diakonie Krankenhaus gekommen. „Ich habe bei der Diakonie damals meine Heimat für mich und meine Arbeit gefunden“, erzählt der Arzt. Das ist in seiner Abteilung auch spürbar. Ärzte, Schwestern und Patienten wirken bisweilen wie eine Kommune – warmherzig, fröhlich und ein bisschen exotisch. Das liegt auch an Patienten wie damals Ritika, die in vielen Operationen ein „neues“ Gesicht bekam. Mit dem „Äußeren“ hat sich auch das „Innere“ verändert: Selbstbewusstsein, Zuversicht, Mut, Entschlossenheit werden Schicht für Schicht mit jeder Hauttransplantation aufgepflanzt.

 

Am Samstag, 31. Oktober, ab 10 Uhr, findet ein Symposium zum Thema „25 Jahre Plastische Chirurgie in Bad Kreuznach“ statt. Fachkollegen der Abteilung aus Bad Kreuznach, aber auch aus ganz Deutschland werden an diesem Tag darüber referieren, was dieser Zweig der Chirurgie bewegen kann. Die Veranstaltung ist in der Theodor Fliedner Halle in Bad Kreuznach und ist offen für jedermann. Zuvor ist Dr. Borsche zu Gast bei Antenne Bad Kreuznach: Am Donnerstag, 27. August, ist er dort ab 8 Uhr Live im Studio.

 

Ritika hat Jura studiert und lebt heute in Australien. Eine warmherzige E-Mail voller Dankbarkeit erzählt ihre Lebensgeschichte, die sich parallel zur Geschichte der Plastischen Chirurgie in Bad Kreuznach entwickelt hat. Aus dem Start-Team mit 3 Ärzten und 9 Schwestern, die sich um 10 so genannte „Betten“ gekümmert haben, sind heute eine Mannschaft bestehend aus 9 Ärzten, 14 Schwestern und Pflegern geworden. Borsche ist in Bad Kreuznach und Umgebung bekannt, weil er Menschen aus und in Entwicklungsländern hilft, sondern auch weil in seiner Abteilung vielen Menschen aus Bad Kreuznach und Umgebung und weit darüber hinaus geholfen wird. Die Rekonstruktionen insbesondere an der Haut, an Muskeln, Sehnen, Nerven und den Knochen werden hier durchgeführt, wenn nach überstandenen Unfällen oder Krebserkrankungen, die sichtbaren Spuren eines Leidensweges getilgt werden sollen. Im Rahmen chronischer Erkrankungen oder nach massiver Gewichtsabnahme kann hier eingegriffen werden, um den Körper wiederherzustellen.

 

Borsche hat eine Haltung, die zur Diakonie gehört: Seriöse „Schönheitschirurgie“ beginnt seiner Ansicht immer mit einer ausführlichen Beratung. „Auch wenn die Medizin in den 25 Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, kann nicht jeder Wunsch verwirklicht werden und nicht jede Operation ist im Hinblick auf die damit verbundenen Risiken vertretbar“, so Borsche. Ein ehrliches Gespräch zwischen dem Patienten und dem Plastischen Chirurgen, in dem die Erfolgsaussichten und Risiken eines jeden Eingriffs genauestens erörtert werden, ist somit unabdingbar.“

 

Zwei Leitsätze der Stiftung kreuznacher diakonie stehen für seine Arbeit und die seines Teams: „Wir lassen uns von Menschen berühren und bewegen“ und „Wir gestalten Zukunft mit“. Retika Sardars Schicksal ist dafür ein gutes Beispiel.

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