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Landrätin Bettina Dickes zu Corona & Kitas

Seit dem 01. August 2020 befinden sich wieder alle Kindertagesstätten in RheinlandPfalz im Regelbetrieb. „Für unsere Kindertagesstätten bedeutet dies angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie eine große Herausforderung“, weiß Landrätin Bettina Dickes. In einem Schreiben wandte sie sich daher kürzlich an die Kitaleitungen, um diesen Anregungen für das „Tagesgeschäft“ in Zeiten von Corona zu geben und zugleich zu verdeutlichen, dass sie die Entscheidungen, die vor Ort getroffen werden, mitträgt. 

 

„Nach Auskunft des Landes können die pädagogischen Konzepte der Kindertagesstätten in mehr oder minder gewohntem Maße wieder umgesetzt werden“, verdeutlicht Dickes. Das bedeute, dass das Land keine Vorgaben hinsichtlich einer Verkleinerung der Gruppengrößen oder gar einen Ausschluss offener Betreuungskonzepte macht. „Der Betrieb kann damit letztlich so laufen, wie dies auch vor Corona der Fall war, geschlossene Gruppen sind vom Land nicht mehr vorgeschrieben“. Dennoch mach die Landrätin klar, dass natürlich im Falle eines nachgewiesenen Coronainfektion bei einem Kind bei offenen Konzepten in aller Regel mehr Kinder und Erzieher in Quarantäne gesetzt werden müssen. „Die Zahl der Kontaktpersonen ist einfach größer“. Sie rate daher, die Betreuung in festen Gruppen durchzuführen, ist sich aber zugleich bewusst, dass dies nicht in allen Einrichtungen umsetzbar ist. „Bei der Frage spielen natürlich die unterschiedlichen Raum- und Personalressourcen eine große Rolle“. Deshalb seien die Möglichkeiten in allen Kitas sehr unterschiedlich. „Wenn die Raumkapazität dies nicht hergibt, ist es gar nicht möglich, eine gruppenscharfe Betreuung durchzuführen“. Aber auch wenn man sich vor Ort bewusst dazu entschließt, den offenen Betrieb fortzusetzen, ist dies zu akzeptieren. „Treffen Kitaleitung, Träger und Elternvertretung gemeinsam eine Entscheidung, ein bestimmtes Betreuungskonzept durchzuführen, stehe ich voll und ganz mit für dieses ein“.  Wenig zielführend hingegen halte sie Pauschalverurteilungen oder Schuldzuweisungen in Richtung solcher bewusst gemeinsam getroffenen 

 

Entscheidung. „Ich distanziere mich aufs Schärfste davon, den „Schwarzen Peter“ in Richtung einer Einrichtung oder von Eltern zu schieben, wenn ein Kind unbewusst mit Corona in die Kita gebracht wurde“. Die Landrätin bezieht damit Stellung auf öffentliche Kritik in Richtung einer betroffenen Kita in Bad Sobernheim. „Niemand infiziert sich absichtlich und niemand verbreitet das Virus bewusst“, macht sie deutlich. „Das durchgeführte Konzept in der betroffenen Kita in Bad Sobernheim entsprach den Vorgaben des Landes und war somit vollkommen in Ordnung“. Die Landrätin appelliert daher noch einmal eindringlich, in der für alle bedrückenden Situation zusammenzuhalten und sich nicht mit gegenseitigen Schuldzuweisungen zu belasten. Zugleich ruft sie auch zur Vernunft auf, mit Besonnenheit und den Hygieneregeln der Ausbreitung des Virus weiterhin entgegenzutreten. „In den vergangenen Wochen haben die Infektionszahlen zugelegt. Gemeinsam müssen wir dafür Sorge tragen, dass es nur ein Ausreißer war und uns damit tiefgreifende weitere Einschnitte durch einen rapiden Anstieg der Fallzahlen erspart bleibt“. 

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