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Wadenkrämpfe

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 4 Min. Lesezeit
Wadenkrämpfe

khosrork -AdobeStock.com

Was tun bei einem Wadenkrampf? Rund 40 Prozent der Deutschen leiden immer wieder unter schmerzhaften Wadenkrämpfen. Betroffen sind meistens Sportler, viele Frauen, Schwangere und Senioren. In vielen Fällen treten Wadenkrämpfe nachts auf und stören dadurch auch den Schlaf. Was gegen einen Wadenkrampf hilft, erfahren Sie hier.


Wie kommt es zum Wadenkrampf?

Jeder Muskel besteht aus zahllosen Muskelfasern, die mit feinen Nerven verbunden sind. Über diese Nerven schickt das Gehirn bei einer Muskelbewegung einen Reiz, der die Muskelfasern zum Zusammenziehen anregt. Es kommt zu der gewünschten Muskelanspannung. Normalerweise tritt dann anschließend eine Entspannungsphase ein. Wenn aber ein unwillkürlicher Nervenreiz auftritt, kann sich der Muskel nicht entspannen – er verkrampft sich.


Häufige Ursachen für Wadenkrämpfe im Überblick


Die Ursachen eines Wadenkrampfs sind meist harmlos, manchmal können Wadenkrämpfe aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten. Zu den häufigen Ursachen von Wadenkrämpfen gehören:

  1. Störungen im Elektrolythaushalt wie zum Beispiel Magnesiummangel
  2. Überanstrengung bei der Arbeit und beim Sport
  3. Übermüdung
  4. Langzeiteinnahme von bestimmten Medikamenten
  5. Durchblutungsstörungen in den Beinen
  6. Nervenstörungen in den Muskelfasern
  7. Arthrose im Kniegelenk


Störungen im Elektrolythaushalt als Ursache


Von einer Störung im Elektrolythaushalt sind besonders häufig Sportler betroffen. Sie verlieren durch das Schwitzen beim Sport viel Flüssigkeit und viele Mineralstoffe. Wird der Mineralstoffspeicher nach dem Training nicht wieder aufgefüllt, kann es zu einem Mineralstoffmangel kommen. Dabei sind gerade die Mineralstoffe für die Steuerung der Muskelfasern von großer Bedeutung. Denn wenn Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalium fehlen, funktioniert das Anspannen und Entspannen der Muskulatur nicht mehr reibungslos.

 

Neben dem Schwitzen beim Sport kann eine Störung im Elektrolythaushalt aber auch durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, einen hohen Flüssigkeitsverlust aufgrund von Durchfall oder Erbrechen sowie durch eine Nierenerkrankung verursacht werden. Ebenfalls können bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Abführmittel eine Ursache für nachts auftretende Wadenkrämpfe sein.

 

Eine Störung im Elektrolythaushalt kann auch im Alter Wadenkrämpfe verursachen. Gerade ältere Menschen ernähren sich oft nicht ausgewogen genug und nehmen zu wenig Flüssigkeit zu sich. Zudem lässt die Nervenfunktion im Alter nach, was die Entstehung von Wadenkrämpfen begünstigt.

 

Da auch hormonelle Schwankungen Auswirkungen auf den Elektrolythaushalt haben können, kann es auch während der Schwangerschaft vermehrt zu Wadenkrämpfen kommen. Um diesen vorzubeugen, sollte der Körper vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft mit genügend Magnesium versorgt werden.


Nervenschäden als Ursache von Wadenkrämpfen

Wer trotz der Einnahme von Magnesium und anderen Mineralstoffen unter Wadenkrämpfen leidet, sollte sich ärztlich untersuchen lassen, denn auch Nervenschäden können eine Ursache von Wadenkrämpfen sein. Zu einer Schädigung der Nerven kann es vor allem durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes kommen. Daneben können die Nerven aber auch durch Alkoholmissbrauch oder eine Nierenfunktionsstörung Schaden nehmen.

Je nachdem, welche Art von Erkrankung vorliegt, können entweder die Nerven im zentralen Nervensystem oder in der Peripherie geschädigt werden. Dadurch können die Reize nicht mehr korrekt an die Muskulatur übermittelt werden und es kann zu einer übersteigerten Reaktion der Muskulatur kommen. Darüber hinaus kann es aber auch passieren, dass bestimmte motorische Abläufe gar nicht mehr stattfinden können.


Muskelerkrankungen als Ursache von Wadenkrämpfen


In seltenen Fällen kann auch eine Erkrankung der Muskulatur die Ursache von Wadenkrämpfen darstellen. Solche Erkrankungen werden unter dem Sammelbegriff Myotonie zusammengefasst und sind durch eine krankhaft verlängerte Muskelanspannung charakterisiert. Durch diese entsteht der Wadenkrampf.

Die Ursache der verlängerten Muskelanspannung liegt in den Ionenkanälen der Muskulatur. Hier werden die Nervenreize fehlerhaft aufgenommen oder fehlerhaft übertragen. Oft sind diese Störungen erblich bedingt.


Wadenkrämpfe: Was tun? 7 Tipps!

Gegen Wadenkrämpfe können diese 7 Tipps helfen:


Bei einem auftretenden Wadenkrampf umfassen Sie die Zehen des Fußes und ziehen Sie mit aller Kraft Richtung Schienbein. Beginnt der Krampf im Sitzen oder Liegen, sollten Sie aufstehen und umherlaufen. Treten Sie dabei fest auf den Boden auf oder mit der Fußsohle gegen die Wand. Mit einer Massage der Wade und einer warmen Dusche können Sie den Wadenmuskel wieder entspannen.


Da Wadenkrämpfe verschiedenen Erkrankungen zugrunde liegen können, sollten Sie beim Arzt die Ursache abklären lassen.


Bei Durchblutungsstörungen helfen Ginkgo- und Knoblauchpräparate.

Magnesiumtabletten aus der Apotheke helfen bei einem bestehenden Magnesiummangel.

Ernähren Sie sich mit magnesiumreichen Vollkornprodukten sowie mit reichlich Obst und Gemüse.


Meiden Sie Alkohol und Nikotin.

Gegen Wadenkrämpfe hilft auch regelmäßige Fußgymnastik.

 

 

 

Quelle:
Gesundheit.de

 

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