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Landkreis Mainz-Bingen: Landrätin würdigt besonderes Engagement

Landrätin Dorothea Schäfer (links) zeichnet stellvertretend für das große ehrenamtliche Engagement im Landkreis 13 Hilfsprojekte aus, die den Alltag der Menschen während der Corona-Pandemie erleichtern. Foto: Michael Roth/Kreisverwaltung Mainz-Bingen.
Landrätin Dorothea Schäfer (links) zeichnet stellvertretend für das große ehrenamtliche Engagement im Landkreis 13 Hilfsprojekte aus, die den Alltag der Menschen während der Corona-Pandemie erleichtern. Foto: Michael Roth/Kreisverwaltung Mainz-Bingen.

„Die Solidarität und der Gemeinschaftssinn im Landkreis Mainz-Bingen sind grenzenlos“, betonte Landrätin Dorothea Schäfer bei der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements während der Corona-Pandemie. Insgesamt zeichnete sie stellvertretend für den großen Einsatz im Kreis 13 ausgewählte Hilfsprojekte im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus. „Hervorheben möchte ich vor allem, dass Sie sich in Ihrer Freizeit und unentgeltlich für die gute Sache einbringen – mit Herz und Verstand. Unsere Gesellschaft benötigt Menschen wie Sie“, so Landrätin Dorothea Schäfer.

 

Gesucht waren Initiativen aller Art, die anderen Menschen halfen und helfen, den Alltag in dieser außergewöhnlichen Krisenzeit zu erleichtern. Vorgeschlagen wurden rund 40 Projekte, von denen aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln nur eine Auswahl im Kreistagssaal präsentiert wurde. Aber egal, ob im Kreistagssaal oder per Post: Für alle vorgeschlagene Projekte gibt es eine kleine Anerkennung ihrer Leistungen für das Gemeinwohl. 

 

Das Engagement war dabei besonders kreativ und vielfältig:

Der Ortsbürgermeister von Ober-Olm, Matthias Becker, erstellte während der Hochphase der Kontaktbeschränkung einen You-Tube-Kanal, um Bürgerinnen und Bürgern aus Ober-Olm regelmäßig Updates zu vermitteln. Der Kanal wurde gefüllt mit Videos und Streams von alltäglichen Aktivitäten, die zu der Zeit der Kontaktsperre nur auf digitalem Weg möglich waren. Dazu zählten unter anderem Lesungen, Unterhaltungsangebote für Kinder und auch der Gottesdienst.

 

Die Ingelheimer Gruppe „Vorlesespaß“ der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei!“ hat in Zusammenarbeit mit der Mediathek Ingelheim wöchentlich virtuelle Vorlesestunden für Kinder zwischen vier und sechs Jahren veranstaltet. So konnte den Kindern in dieser schwierigen Krisenzeit ein wenig Normalität und Ablenkung geboten werden. Zur Gruppe gehören Hannah Basmacioglu, Liane Belas, Ruth Eich, Gabie Hanssen und Lioba Lutzenburg.

Die Veröffentlichung Vorlesestunden erfolgte auch im Internet.

 

Die Lehrerinnen Sabine Bender, Valérie Hutzler, Lena Reiter, Gunda Schleising und Annette Schubert der Landskronschule in Oppenheim nähten zusammen für mehrere Institutionen Mund-Nasen-Bedeckungen. Diese gingen unter anderem an die Seniorenresidenz in Nieder-Olm, den Tagesaufenthalt der Mission Leben, das Katholische Klinikum (KKM) in Mainz, die Kinderkrebsstation der Uni-Klinik und an viele private Interessierte. Im Rahmen dieses Projekts wurden Spenden in Höhe von 2000 Euro eingenommen, die der Obdachlosenhilfe in der Wallstraße in Mainz und der Oppenheimer Schülerfirma Qi-Tech zu Gute kamen.

 

Frédéric Bertram und Alexander Deick von der Katholischen Jugend Nackenheim halfen älteren und gefährdeten Mitbürgerinnen und Mitbürgern bei Einkäufen und Besorgungen. Zudem vermittelten sie auch Hilfsangebote über das Nackenheimer Coronatelefon.

 

Dank Tobias Bieker aus Nierstein konnten über 10.500 Euro an Spenden zu Gunsten von Tafelberechtigten gesammelt werden. Der Musiker veranstaltete Online-Konzerte, mit deren Einnahmen bedürftigen Menschen ein wenig unterstützt werden konnten.

 

Anne Habel aus Ober-Olm und Ewald Borg aus Klein-Winternheim erledigten Einkäufe aller Art für die Bürgerinnen und Bürger Ober-Olms. Die beiden halfen sowohl Mitgliedern der AWO als auch weiteren hilfsbedürftigen Menschen. Zudem nähte Anne Habel über 100 Masken und verteilte diese kostenlos. Dazu bot sie Menschen, die zur Risikogruppe gehören, einen Fahrservice an, damit diese ohne Bedenken zum Arzt kommen konnten.

 

Mit ihrem You-Tube-Kanal förderten die Ingelheimerinnen Nadja Graf-Niebling und Silke Hammer den Gemeinschaftssinn in der Rotweinstadt. Sie führten viele Interviews mit unterschiedlichen Funktionsträgern sowie Ingelheimer Bürgerinnen und Bürgern. Dabei ging es um die jeweiligen Erfahrungen, Ängste und Sorgen rund um die Corona-Krise. So bekamen die Zuschauerinnen und Zuschauer das wichtige Gefühl vermittelt, in diesen schwierigen Zeiten nicht allein zu sein.

 

Das Helferteam der Stadt Oppenheim trug dazu bei, viele Patenschaften von ehrenamtlichen Helfern zu hilfsbedürftigen Bürgern zu vermitteln. Zudem wurden auch Einkaufsfahrten für kranke sowie gefährdete Bürger übernommen. Nach Schließung der Tafel Oppenheim übernahm das Team den Einkauf und das Verpacken der Lebensmittel sowie die Belieferung von bezugsberechtigten Tafelkunden in Oppenheim und Dienheim. Zum Team gehören Ulrike Franz, Gernold Geis, Holger Hessmann, Anja Leber und Clement Maudet.

 

Für eine kleine Freude der Bewohnerinnen und Bewohner des Stifts St. Martin in Bingen sorgte Susanne Horn aus Seibersbach. Sie überraschte die Bewohner in ihren Zimmern mit der Nachricht „Schön, dass es Sie gibt“ in Form eines gehäkelten Herzchens. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung bekamen persönlichen Zuspruch. So konnte sie ein entscheidendes Zeichen für Solidarität in diesen Krisenzeiten setzen.

 

Die Nackenheimer Peter und Ingrid Stey haben sich mit besonderem Einsatz für ihre Mitmenschen hervorgetan und sich um den Zusammenhalt sowie das Gemeinwohl der Ortsgemeinde verdient gemacht. So haben sie nicht nur ein Konzept für einen Pandemieplan Nackenheims erstellt, sondern sich auch maßgeblich für die Einrichtung eines Telefondiensts zur Vermittlung und Erfassung von Hilfsangeboten und -gesuchen engagiert.

 

Dominik Sprung koordinierte die Nachbarschaftshilfe seiner Heimatgemeinde Klein-Winternheim. Ob es sich dabei um angefragte Einkaufshilfen, Essenslieferungen, Kinderbetreuung oder das Nähen und Verteilen der Mund-Nasen-Masken handelte: Sprung führte Hilfsanfragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie die entsprechenden Helferinnen und Helfer zusammen. Er ermöglichte somit einen reibungslosen und risikofreien Ablauf der Nachbarschaftshilfen. 

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