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Corona

Vorsichtiges Aufatmen nach Großtestung im Bodelschwingh Zentrum (Meisenheim)

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 4 Min. Lesezeit
Vorsichtiges Aufatmen nach Großtestung im Bodelschwingh Zentrum (Meisenheim)

In dem Moment, in dem Kerstin Lamb und fast 20 Helferinnen und Helfer am Donnerstagabend ihre Schutzausrüstung ablegen, ist ein wichtiger Baustein gesetzt worden, um den COVID-19-Ausbruch im Bodelschwingh Zentrum eingrenzen zu können. Die Hygienefachkraft der Stiftung kreuznacher diakonie arbeitet die Tage durch und auch halbe Nächte. „Wir haben gestern und heute fast 300 Menschen, Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende, getestet“, so Lamb. Das Ergebnis: Von diesen Schnelltests war nur ein weiterer positiv, dieser Verdachtsfall wird nachgetestet“, so Dr. Michael Sicker, Hygienebeauftragter Arzt des Geschäftsfeldes Soziales der Stiftung kreuznacher diakonie.

 

Beide sind ein Stück weit erleichtert, betonen aber, wie wichtig es ist, Bewohner und Mitarbeitende zu schützen. „Wenn sich hier Menschen mit COVID-19 infizieren und erkranken ist das besonders dramatisch. Deshalb war bereits in den vergangenen Monaten immer das Ziel gewesen, das Virus aus der Einrichtung herauszuhalten. Ist es erst einmal eingedrungen wird es sich schwer eindämmen lassen, weil die AHA-Regeln unter den Bewohnern schwer einzuhalten sind“, erklärt Dr. Sicker.

 

 

In einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag (aktiver Link) hatte die Stiftung gemeinsam mit Ron Budschat, Leiter der Stabsstelle Corona des Landkreises Bad Kreuznach, versucht deutlich zu machen, warum das so ist. Es wurde auch bekannt gegeben, dass die einzelnen Einrichtungen des Zentrums, in dem Menschen mit Behinderung und anderen Beeinträchtigungen leben und arbeiten, nun komplett getestet werden. Bis zum späten Nachmittag waren sieben Häuser getestet und unter allen Bewohnern und Mitarbeitenden gab es nur einen COVID-19-Verdachtsfall. Das lässt die Verantwortlichen der Stiftung kreuznacher diakonie ein bisschen aufatmen.

 

Auslöser dieser Großtestung war, dass am 7. November 2020 nahezu zeitgleich drei Verdachtsfälle im Bodelschwingh Zentrum gemeldet wurden: ein Bewohner und eine Mitarbeiterin des Hauses Am Schlossblick sowie ein Mitarbeiter der Werkstatt hatten entsprechende Symptome gezeigt. Sofort hat sich das Haus Am Schlossblick freiwillig in Quarantäne begeben und alle Menschen wurden getestet.

 

Denn allen Beteiligten war klar, welche Probleme ein Ausbruch in dieser Einrichtung mit sich bringt: „Hier leben Menschen, die nicht immer verstehen oder ertragen können, was eine Quarantäne bedeutet – keine Umarmungen, keine Bewegung im Freien, keinen Besuch des Freundes im Nachbar-Wohnheim. Andere Bewohner mit Autismus-Störungen ertragen keine Berührung, keine lauten Geräusche und vor allem keine Veränderung der gewohnten Umgebung und Abläufe“, so Regionalleiter Holger Griebel, der seit knapp einem Jahr für das Bodelschwingh Zentrum zuständig ist. Er wird wütend, wenn Menschen sich weigern Maske zu tragen. „Unsere Bewohner und unsere Mitarbeiter in einer solchen Einrichtung können wir nur schützen, wenn wir alle die Hygieneregeln ernst nehmen.“ Wie fragil die Situation ist, zeigt folgender Sachverhalt: Am Mittwochabend wurde eine Bewohnerin des Hauses Am Schlossblick stationär im Krankenhaus zur Beobachtung aufgenommen

Dr. Michael Sicker, Holger Griebel und Kerstin Lamb erklären mit Blick auf das Infektionsgeschehen im Haus Am Schlossblick: „Aktuell können wir die Betreuung über unser Personal sicherstellen. Mitarbeiter die beispielsweise tagsüber besondere Aktivitäten angeboten haben, verlagern ihre Angebote nun in die Wohngruppen. Dadurch werden andere Mitarbeiter frei, die die Betreuung der Bewohner übernehmen können.

 

Hygienefachkraft Kerstin Lamb wird nicht müde, seit Ausbruch der Pandemie immer wieder Mitarbeiter und Bewohner über dieser Hygieneregeln zu informieren - auch in einfacher Sprache. Holger Griebel erklärt, was eine Verbreitung unter den Mitarbeitenden auch bedeutet: „Diese Menschen hier brauchen geschultes heilpädagogisches Personal, sonst besteht die Gefahr, dass manche in ihrer Verzweiflung sich oder andere verletzen. Er wiederholt den Appell an alle: die AHA-Regeln schützen Menschen, die sich nicht schützen können. Helfen Sie uns dabei und tragen Sie Maske, halten Sie Abstand, reduzieren Sie ihre Kontakte.“

 

Link zur Pressekonferenz
https://www.youtube.com/watch?v=ahUJF0-5Lzc&feature=youtu.be&fbclid=IwAR3I0s3zXtGNpjZ19LjFdhVJqOmXu7XuqNOpLpxPr36aaSh2GlYjJhKRwmM

 

 

Quelle

Stiftung kreuznacher diakonie

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