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Bodelschwingh Zentrum: Solidarität der Landrätin Bettina Dickes hat gutgetan

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 3 Min. Lesezeit
Bodelschwingh Zentrum: Solidarität der Landrätin Bettina Dickes hat gutgetan
Herr Peter Bahr, Teamleiter im Bodelschwingh Zentrum. Foto: Stiftung kreuznacher diakonie
Herr Peter Bahr, Teamleiter im Bodelschwingh Zentrum. Foto: Stiftung kreuznacher diakonie

Vorurteile belasten Mitarbeitende.

 

Für die Mitarbeitenden des Bodelschwingh Zentrums in Meisenheim (Kreis Bad Kreuznach) kam der Brief der Landrätin Bettina Dickes genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn viele haben die Befürchtung, dass die COVID-19-Infektionen, die fast ausschließlich das Haus Am Schlossblick betreffen, dazu führen fast alle 900 Menschen aus der Einrichtung zu stigmatisieren. Erste Anzeichen dafür haben etwa der Teamleiter aus dem Haus An der Tanne, Peter Bahr, wahrgenommen: „Frau Dickes hat ihre Solidarität mit uns ausgedrückt.“ Andernorts erleben die Mitarbeiter, die in der überwiegenden Mehrzahl negativ getestet worden sind, dass man ihnen mit Misstrauen begegnet.

 

Meisenheims Stadtbürgermeister stellt sich auch an die Seite des Bodelschwingh Zentrums: „Die Stiftung hat immer mit offenen Karten gespielt und informiert. Es ist klar, dass jetzt nur im Haus Am Schlossblick die COVID-19-Infizierten untergebracht sind und die anderen Bewohner und Mitarbeitenden – auch in den Häusern in der Stadt – negativ getestet worden sind“, so der Apotheker. Er will seine Stadträte informieren und um Vertrauen für das Bodelschwingh Zentrum werben. „Es hat sich gezeigt, dass die Einhaltung der AHA-Regeln immens wichtig sind, wenn es darum geht, der Pandemie Herr zu werden.“

 

Regionalleiter Holger Griebel von der Stiftung kreuznacher diakonie sorgt sich um die Menschen im Haus Am Schlossblick. Zugleich ist er stolz auf seine Mitarbeiter, die seit Monaten im Alltag gemeinsam mit den Bewohnern gegen das Eindringen des COVID-19-Virus kämpfen. Ihn und Teamleiter Peter Bahr bedrückt es, wenn Kollegen und Bewohner ausgegrenzt werden: „Dass die Kollegen sich privat auch nicht mehr mit Freunden treffen – schon lange vor der Kontaktbeschränkung durch die Bundesregierung – ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Engagement, das ich hier erlebe“, berichtet Bahr.

 

„Die Arbeit mit den Bewohnern, die zum Teil Menschen mit geistiger Behinderung sind oder durch andere Einschränkungen besonders gefördert und betreut werden müssen, ist nicht einfach“, weiß auch Holger Griebel.

 

Mit hohem emotionalen, aber auch körperlichem Einsatz werde hier gearbeitet. Seit März mit Maske und Abstand, wo es nur geht. Immer in der Sorge um die Gesundheit und die emotionale Stabilität der ihnen anvertrauten Menschen. „Es gibt sicherlich weitaus leichtere Jobs, in denen man unter Pandemie-Bedingungen arbeiten kann“, stellt sich Holger Griebel vor seine „Leute“.

 

Insgesamt mehr als 800 negative Schnelltests machen die Mitarbeitenden stolz, gleichzeitig verfolgen sie, wie es den infizierten Menschen im Haus Am Schlossblick geht, das unter Quarantäne steht. Auch in den anderen Häusern wird jeder Fieber-Fall mit Sorge betrachtet und sofort getestet. Dr. Michael Sicker, Hygiene beauftragter Arzt im Geschäftsfeld Soziales der Stiftung kreuznacher diakonie, gibt am Dienstagabend eine Wasserstandsmeldung ab: „Die meisten haben keine bis milde Symptome, allerdings hat sich gezeigt, dass sich der Zustand der Patienten sehr schnell verändern kann. Zwei Bewohner sind in stationärer Behandlung.“ Ihn beeindruckt es, dass Mitarbeitende aus Solidarität mit den Bewohnern freiwillig in das unter Quarantäne stehende Haus einziehen, um ihre Bewohner nicht im Stich zu lassen. Mit Ron Budschat, Leiter der Corona Stabsstelle des Landkreises, ist Folgendes verabredet: „Nach dem regulären Quarantäne-Ablauf stimmen wir die weiteren Maßnahmen ab.“

 

Quelle:
Stiftung kreuznacher diakonie

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