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Corona: Stiftung kreuznacher diakonie schlägt Alarm

Romolo Tavani- AdobeStock.com CORONA
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Jeder kann helfen: Appell geht an die Bevölkerung

Die Stiftung kreuznacher diakonie schlägt Alarm. COVID-19 breitet sich aus und macht vor den Einrichtungen des größten Trägers im Süden von Rheinland-Pfalz nicht halt. Debatten um Maskenpflicht und AHA-L-Regeln stoßen bei den Experten der Stiftung auf Unverständnis: „Jeder kann mithelfen, dass unsere Intensivstationen nicht überlastet werden, unser medizinisches und pflegerisches Personal – auch in den Senioren- und Behinderten-Einrichtungen – handlungsfähig bleibt! Halten Sie die AHA-L-Regeln ein.“

 

Die Stiftung kreuznacher diakonie betreibt in Rheinland-Pfalz und im Saarland neben fünf Krankenhäusern und drei Hospizen viele Einrichtungen für Senioren, Wohnungslose, Kinder-, Jugend- und Familien, Sozialstationen sowie Wohnungen und Werkstätten für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Allein fast 25000 Menschen werden von der Seniorenhilfe pro Jahr betreut und begleitet. Im Bereich Reha-Fachdienste, Sozialpädiatrisches Zentrum und Förderschulen sind es 11.400 Patienten, Klienten und Beschäftigte. 6.800 Mitarbeitende sorgen in diesen Häusern für Menschen, die Schutz und Hilfe brauchen.

 

Jetzt melden sich Chefärzte, Kranken- und Altenpfleger zu Wort. Sie bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Dr. Christoph von Buch, Ärztlicher Direktor in Bad Kreuznach, betont: „Wir alle haben es selbst in der Hand, ob wir einigermaßen gut durch die Pandemie durchkommen, oder ob sich in Bad Kreuznach Szenen abspielen, wie wir sie aus dem Fernsehen aus Italien oder Belgien kennen. Wer sich nicht an die AHA-L-Regeln hält, riskiert das Leben anderer Menschen.“ Rainer Frischmann, Kaufmännischer Direktor der Hunsrück Klinik in Simmern, und Leo Schwarzkopf, sein Kollege von den saarländischen Diakonie Kliniken, pflichten ihm bei. Allen ist bewusst, dass die Patientenversorgung gefährdet wird, wenn Personal infiziert ist.

 

Auch im Geschäftsfeld Soziales beobachtet man mit Sorge, wie die Pandemie weiter fortschreitet, sich der Virus einschleicht und Bewohnerinnen, Bewohner sowie die Mitarbeitenden – etwa in den Seniorenheimen – bedroht. Monika Kolling, Leiterin der Seniorenhilfe im Saarland und in Rheinlad-Pfalz, sagt: „Noch sind es kleine bis mittlere Ausbrüche in einzelnen Häusern. Infektionen unter den Bewohnern und unter den Mitarbeitenden können hier verheerende Folgen haben. So ist der Bewohner eines unserer Häuser diese Woche in einem Krankenhaus an COVID-19 leider verstorben, in einem anderen Altenheim im Hunsrück sind große Teile einer Wohngruppe mit Corona infiziert – mit bislang keinen bis milde Symptome.“

 

Holger Griebel, Regionalleiter „Soziale Teilhabe“ im Bereich Hunsrück-Glan, fasst zusammen: „Wir alle müssen die schützen, die sich selbst nicht schützen können.“ Unsere Mitarbeitenden sind alle verpflichtet, sich an die AHA-L-Regeln und die Hygienevorschriften zu halten. Aber wir alle leben nicht unter eine Glasglocke, gehen einkaufen, haben Kinder in der Schule und nutzen den ÖPNV. Wir als Stiftung kreuznacher diakonie sind darauf angewiesen, dass die Gesellschaft – jeder Einzelne – die Menschen, die uns anvertraut sind, aber auch unsere Mitarbeitenden schützt!“ Verschärfte Besuchsreglungen sind hart für Patienten und Bewohner, bedauern Griebel und seine Kolleginnen und Kollegen. „Unsere Mitarbeitenden tun seit März alles dafür, dass diese Situation für die Betroffenen erträglich bleibt. Kreative Angebote und die Ausrüstung mit Tablets, um Kontakt zu den Angehörigen zu halten, sind dabei wichtige Bausteine. Tests, Hygieneschulungen und Schutzausrüstungen sind ebenfalls Teil des Schutzschirmes, den wir aufgebaut haben“, so Monika Kolling.

 

Unterstützt werden beide von Dr. Michael Sicker, der hygienebeauftragte Arzt im Geschäftsfeld Soziales. Er kämpft mit den Mitarbeitenden dafür, einzelne lokale Ausbrüche in den Einrichtungen wieder einzudämmen: „Lassen Sie uns den AHA-L-Effekt nutzen. Bleiben Sie achtsam, sonst können wir als Stiftung unsere Arbeit für die Menschen nicht leisten, die auf unsere Hilfe angewiesen sind – ob im Krankenhaus, in der Seniorenhilfe, im Hospiz oder in anderen Einrichtungen.“

 

Annett Falk arbeitet in der Zentralen Notaufnahme des Diakonie Krankenhauses in Bad Kreuznach und kann sich sowohl in die Patientinnen und Patienten als auch in ihre Angehörigen hineinversetzen. Ein Familienmitglied in die Obhut von „Fremden“ geben zu müssen, ohne es selbst in dieser schwierigen Situation begleiten zu dürfen, gibt jedem das Gefühl von Ohnmacht: „Wir verstehen die Situation sehr gut. Meine Bitte ist aber: Vertrauen Sie uns und helfen Sie mit.“

 

 

Quelle:
Stiftung kreuznacher diakonie

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