· 

Katja Schwalm: Vom Feiern zum Fasten

 

Genauso wie es vorkommt, dass über eine gewisse Zeit Völlerei betrieben wird, wie gerade zu den Festtagen, sollten danach auch ein paar Fastentage eingeräumt werden. Leider liegen in unserem Land, die meisten Menschen, energiemäßig dauerhaft über ihren Bedarf. Dies führt nicht nur zu  Übergewicht und den daraus resultierenden Folgeerkrankungen, sondern bringt auch ein Chaos in unser Hormonsystem und die körpereigene Hunger-Sättigungsregulation kommt ins Wanken, was weiteres Übergewicht begünstigt.

Der Körper ist in der Lage sich sehr gut selbst zu heilen. Hierzu benötigt er aber eine gewisse Zeit, eine Zeit der Entlastung. Jeder hat sich schon einmal verletzt. Im Normalfall heilt der Körper diese Wunde von allein und man würde nicht auf die Idee kommen, immer wieder auf diese Wunde zu schlagen. Mit unseren Organen gehen wir aber oftmals nicht so vorsichtig um.

Unserem Körper schadet dieser Nahrungsüberfluss. Er ist für dieses Überangebot an Nahrung nicht konzipiert. „Wenn man merkt, dass man gegessen hat, hat man schon zu viel gegessen“ so Sebastian Kneipp und so halten es auch buddhistische Mönche. Bei vielen Krankheiten hilft fasten, besonders viele Untersuchungen gibt es hier im Bereich Rheuma und Krebs.

Eine ein bis zweiwöchige Fastenkur sollte immer medizinisch mit betreut werden, aber es gibt auch gute Abwandlungen. Ab 12 Stunden Nahrungskarenz kommt der Körper in den Fastenzustand. Es wäre also ideal mindestens 12 Stunden, zwischen Abendessen und Frühstück zu pausieren. Der Ernährungstrend 16/8, also das sogenannte Intervallfasten pausiert sehr lang und ist nicht für jeden etwas. Diese Variante eignet sich für Frühstücksmuffel, oder allen die früh zu Abend essen können und die es dann schaffen in den 8 Stunden alles Notwendige dem Körper zu geben, leider sieht es aus meinen Erfahrungen, aber nicht immer so optimal mit der Nahrungszusammensetzung und der Energiemenge in diesem erlaubten Zeitraum aus und das 16/8 sollte auch nicht in erster Linie als Mittel zur Gewichtsabnahme gesehen werden.

Einen bis zwei Fastentage in der Woche einzuplanen ist eine andere Variante. Hier sollte idealerweise nur Gemüse und Obst gegessen werden, mit etwas Öl (1 TL pro Gemüseportion). Die Kalorienmenge sollte bei bis zu 500 kcal liegen. Wem dies schwerfällt, kann noch Reis mit einbauen.

Vorteile des Fastens:

Gehirn:

Anstieg des Wachstumshormons BDNF, Veränderung des Botenstoffhaushalts, stimmungsaufhellend, Bildung von Nervenzellen, Vorbeugung von Demenz

 

Leber:

Produziert Ketonkörper und baut Glykogen als alternative Energiequellen ab, Reduktion des Wachstumshormons

 

Bauchspeicheldrüse:

Reduktion der Insulinproduktion, Entlastung der Bauchspeicheldrüse

 

Gelenke:

Wirkt Rheuma und Arthritis entgegen, schmerzlindernd

 

Herz- Kreislauf- System:

Senkt Blutdruck, Cholesterinspiegel und Puls

 

Magen-Darm-Trakt:

Vielfalt der Darmbakterien nimmt zu

 

Fettgewebe:

Fettabbau und Änderungen der Botenstoffe, Leptin wird weniger produziert, entzündungshemmend

 

Bei welchen Erkrankungen und Problemen welche Fastenvariante am besten ist und welches Fastenmodel für sie persönlich zu empfehlen ist, bespreche ich gerne mit ihnen persönlich.

Mehr zu Katja Schwalm hier.

 

Fragen an unser Redaktionsmitglied Katja Schwalm über die
Redaktion an: 
info@gesundheit-rhein-nahe.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0