Placebos: Sie wirken, auch ohne Tricks

Scheinmedikamente (Placebos) wirken selbst dann, wenn der Patient weiß, dass keine Wirkstoffe im Medikament sind. Das belegt eine aktuelle Studie der Harvard Medical School. Es ist also nicht der Glaube an einen Wirkstoff, der hilft. Laut Harvard-Forschern belegen zwölf Studien die Wirksamkeit offen verabreichter Scheinmedikamente. Aber: Placebos können keinen Tumor schrumpfen lassen oder krankhafte organische Veränderungen beheben. Sie wirkten am besten bei Rückenschmerzen, Migräne oder Hitzewallungen in den Wechseljahren.

Warum das so ist? Bei Placebos spielen wohl unbewusste körperliche Reaktionen auf medizinische Rituale eine Rolle, die Patienten verinnerlicht haben. Wer schon mehrfach erlebte, dass es ihm besser ging, nachdem er eine Tablette geschluckt hatte, bei dem reagiert der Körper auch auf ein Wirkstoff-freies Präparat. Und zwar offenbar sogar dann, wenn es sich um ein offen verabreichtes Placebo handelt. Hypothese der Wissenschaftler: Es ist die klassische Konditionierung, wie sie bereits der russische Nobelpreisträger Iwan Petrowitsch Pawlow vor rund 150 Jahren bei Hunden nachgewiesen hatte. 

 

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