Kreuzbandriss: Manchmal reicht Physiotherapie

Das Knie wird extrem verdreht, der Schmerz ist groß – lässt sich anschließend der Unterschenkel weiter als üblich gegen den Oberschenkel nach vorne ziehen, nennt man dies eine vordere Schublade. Das spricht für einen Riss des vorderen Kreuzbandes. Dieses Band ist extrem wichtig für die Stabilität des Kniegelenks. Wird operiert, flicken Chirurgen das Band mithilfe der Sehne eines Oberschenkelmuskels des Patienten oder eines Teil der Kniesehne. Solche Eingriffe finden in Deutschland etwa 35 .000 Mal pro Jahr statt. Früher wurde ein verletztes Kreuzband stets ersetzt wurde. Heute gilt immer häufiger: Abwarten und Physiotherapie, um die Muskeln zu stärken und die Koordination zu verbessern. Grundsätzlich raten Mediziner: Sind neben dem Kreuzband auch Menisken, Knorpel oder Seitenbänder verletzt, sollte rasch operiert werden. Beschränkt sich die Verletzung aufs Kreuzband, können Patienten bis zu sechs Monate warten und dann erst entscheiden, ob eine Op sinnvoll erscheint. Zeigt sich das Knie nach einigen Monaten, auch dank Muskelaufbau und Physiotherapie, wieder stabil, könne man auf den Eingriff verzichten, sagt Professor Christian Wirtz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

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