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Affenpocken sind eine bisher seltene Krankheit, die von Affen übertragen werden.

 

Affenpocken im Vormarsch:

  • Anfang Mai 2022 wurden sieben Fälle in Großbritannien bekannt
  • In Spanien und Portugal gibt es rund 40 Verdachtsfälle
  • In den USA und Kanada mehrere dutzende Fälle
  • Jetzt der erste Fall in Deutschland

 

Die WHO sagt:

  • Bei der Mehrheit der bisher bekannt gewordenen Fälle sind Männer betroffen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten
  • Die WHO ruft zu einer rigorosen Verfolgung aller Kontakte der Betroffenen auf

 


Das Friedrich-Loeffler-Institut  sagt:

  • Die außerhalb Afrikas aufgetretenen Fälle sind ungewöhnlich

 

Die Forschung sagt:

Laut Forschern gewinnen Affenpocken an globaler Bedeutung und ein nachlassender Immunschutz nach der Beendigung der Pockenimpfungen im Jahr 1980 könnte der Grund dafür sein.
Die Forscher Joana Isidro und Vítor Borges et.al. beschrieben bei den Aufgetretenen Affenpoken 47 Mutationen, was etwa 100 mal zu viel ist für ein Virus mit einer 10 – 6 fachen Mutationsgeschwindigkeit.

 

Das RKI sagt:

Infektionswege
Menschen können sich vor allem durch Kontakt mit den Hauteffloreszenzen, Blut, Gewebe oder Ausscheidungen infizierter Tiere (in erster Linie verschiedener Nagetiere) und beim Umgang mit dem Fleisch erkrankter Tiere infizieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Infizierten auftreten, vermutlich auch im Rahmen von sexuellen Handlungen. Eine Übertragung bereits in der Prodromalphase ist bei Face-to-Face-Kontakt durch ausgeschiedene Atemwegssekrete möglich. Die bislang längste dokumentierte Infektionskette betrug 6 Personen.

Schutz vor Übertragung:
Vermeiden von engen Kontakten zu und Verzehr von potenziell infizierten Tieren (verschiedene Nagetiere, Affen) in Endemiegebieten, Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Erkrankten. Aufgrund der Ähnlichkeit der Viren schützen Impfstoffe, die zum Schutz vor den echten Pocken (Variola) entwickelt wurden, auch vor Affenpocken. In der EU ist ein Pocken-Impfstoff zugelassen, der modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA) beinhaltet. In den USA und Kanada erstreckt sich die Zulassung dieses Impfstoffs auch auf die Impfung gegen Affenpocken.

Klinischer Verlauf und Therapie:
Die Inkubationszeit für Affenpocken beträgt zwischen 7 und 21 Tagen. Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Hauteffloreszenzen, welche simultan die Stadien Macula, Papula, Vesikula und Pustula durchlaufen und letztlich verkrusten und abfallen. Die Hauteffloreszenzen beginnen häufig im Gesicht und breiten sich dann auf andere Körperteile aus. Insbesondere bei einigen aktuell (Mai 2022) gemeldeten Fällen wurde auch ein Beginn der Effloreszenzen im Urogenital-Bereich berichtet.

Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken jedoch in der Regel deutlich milder; die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. Insgesamt ist die Prognose daher als günstig zu bewerten, allerdings können bei einigen Betroffenen auch schwere Verläufe auftreten. Bei Kindern unter 16 Jahren, die mit der zentralafrikanischen Virusvariante infiziert sind, beobachtet man eine Letalität von bis zu 11%.

 

Quelle:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Affenpocken.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Affenpocken

https://www.fli.de/de/aktuelles/kurznachrichten/

https://www.bundeswehr.de/de/organisation/sanitaetsdienst/aktuelles-im-sanitaetsdienst/institut-fuer-mikrobiologie-weist-affenpocken-nach-5433300

 

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