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Kreis Bad Kreuznach

Caritas-Suchthilfe: Bedürfnisse Angehöriger im Blick – 10. November Aktionstag Suchtberatung

Joachim Kübler · · 3 Min. Lesezeit

Zum „Aktionstag Suchtberatung“ steht diesmal die Angehörigenarbeit im Fokus

Ursula Habel, Suchtberatung Bad Kreuznach und Frank Ohliger-Palm,
Fachdienstleiter „Suchthilfe“

Am Donnerstag, 10. November, ruft die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) den „Aktionstag Suchtberatung“ unter Schirmherrschaft des Bundesdrogenbeauftragten Burkhard Blienert aus. Jährlich im November beleuchtet der Aktionstag das Tun der Suchtberatungsstellen – für Frank Ohliger-Palm, Fachdienstleiter „Suchthilfe“ im Orts-Caritasverband, der Anlass, eine wichtige Personengruppe in den Fokus zu rücken: Angehörige suchtkranker Menschen. Angehörigenarbeit ist fester Bestandteil der Suchthilfe im Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V., wie Ohliger-Palm erläutert: „Unsere Beratungskräfte in Bad Kreuznach, Boppard, Idar-Oberstein und Simmern stehen Angehörigen gerne für Beratungsgespräche zur Verfügung“, betont der Diplom-Pädagoge. „Ebenso gibt es passende Gruppenangebote an diversen Standorten.“ Frank Ohliger-Palm weiß indes auch um die Hürden, die Angehörige nehmen müssen, um zu verstehen, dass es nicht zuletzt um ihre eigenen Interessen, Ziele und Bedürfnisse geht: „Vielfach ist der Rückblick auf die vergangene Zeit, in der jemand alles Erdenkliche versucht hat, etwa den Partner oder einen Sohn, die Schwester oder Mutter vom Suchtmittel zu befreien, schmerzhaft“, weiß der erfahrene Suchtberater.

„Oft erst, wenn es in der Beratung gelingt, den Blick eines Angehörigen auf ihn selbst zu lenken, wird ihm deutlich, wie erschöpft und niedergeschlagen er ist“, so der Caritas-Mitarbeiter. Nach Jahren in einer hoch belasteten Situation, die häufig zu
psycho-sozialen Problemen führt, gelte es sich selbst wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Angehörigengruppen sieht Ohliger-Palm – neben der Einzelfallberatung – deshalb als einen wichtigen Baustein der Suchtkrankenhilfe: „Gruppentreffen bieten die Möglichkeit, auf Gesprächspartner zu treffen, die einen verstehen und ‚aus erster Hand‘ wissen, was durchgemacht wurde.“ Menschen mit gleicher oder ähnlicher Erfahrung falle es naturgemäß leichter, einander gegenseitig zu stärken, betont er.

Andere Gruppen sind so ausgelegt, dass sie Betroffene und Angehörige zum gemeinsamen Besuch einladen: Wer sich miteinander auf den Weg gemacht hat, ein Suchtproblem – ob wegen Alkohol, Medikamenten, Drogen oder einer Verhaltenssucht wie Glücksspiel- oder Kaufsucht – anzugehen, bekommt hier Impulse. Und er lernt, leichter zu erkennen, woran es dem Gegenüber vielleicht fehlt. In jedem Falle ermutigt Frank Ohliger-Palm Angehörige zu einem offenen Umgang
mit dem Betroffenen und seiner Erkrankung – aber auch dazu, dem Suchtkranken die Verantwortung für sein Handeln mit aller Konsequenz zurückzugeben: „Beides sind wichtige Schritte zur Gesundung von Angehörigen, und sie führen nicht selten
beim suchtkranken Menschen zu einer ersten Veränderungsbereitschaft.“ Individuelle Angehörigenberatung bietet der Caritasverband in allen fünf Beratungsstellen in den Landkreisen Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück an. Welche Gruppen in Bad Kreuznach, Idar-Oberstein, Simmern und Boppard und ggf. in Außenstellen laufen, erfährt man auf www.caritas-rhn.de/sucht.

Einen anonymen Erstkontakt, auch gezielt zu den Beraterinnen und Beratern des örtlichen Caritasverbandes, eröffnet die Plattform zur Online-Beratung:
www.caritas.de/onlineberatung.

 

Quelle:
Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V.

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