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Kreis Mainz-Bingen

Innovative Immuntherapien für die Behandlung von Krebserkrankungen

Joachim Kübler · · 4 Min. Lesezeit

Bildunterschrift: Zum Kernteam des ZZIT gehören Mitarbeitende der Zell-Therapie-Unit und des Herstellungslabors für Zelltherapie der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik sowie der Transfusionszentrale und der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz. Untere Reihe v.l.n.r.: Dr. Beate Hauptrock (stellv. Leiterin der Stammzelltransplantation, Oberärztin der III. Med. Klinik), Dr. Eva Wagner-Drouet (Sprecherin des ZZIT und Leiterin der Stammzelltransplantation und CAR-T-Zelltherapie, Oberärztin der III. Med. Klinik), Prof. Dr. Irene Krämer (Direktorin der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz). Obere Reihe v.l.n.r.: Dr. Oliver Kriege (Leiter der Qualitätskontrolle des Herstellungslabors für Zelltherapie und stellv. Transfusionsbeauftragter, Facharzt der III. Med. Klink), Dr. Daniela Wehler (Leiterin des Herstellungslabors für Zelltherapie, Oberärztin der III. Med. Klinik), Dr. Dana Marandiuc (ärztl. Leitung des Therapiezentrums Hämapherese, der Herstellung (Stammzellseparation) sowie des immunhämatologischen Labors der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz). Bildquelle: UM / Thomas Böhm


Expert:innen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen der Universitätsmedizin Mainz haben sich jetzt im Zentrum für Zelluläre Immuntherapie und Stammzelltransplantation (ZZIT) zusammengeschlossen. Ziel der Kooperation: das Behandlungsangebot für Krebspatient:innen mit neuartigen immuntherapeutischen Verfahren weiter auszubauen und die klinische Forschung auf dem Gebiet der zellulären Immuntherapien verstärkt voranzutreiben. Das ZZIT, das sich vor allem mit der Anwendung und Erforschung zellulärer Immuntherapien beschäftigt, wird von der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik geleitet und ist Teil des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen der Universitätsmedizin Mainz (UCT Mainz).

Bei der zellulären Immuntherapie wird das Immunsystem von Krebspatient:innen gezielt unterstützt oder aktiviert, um die Tumorerkrankung zu bekämpfen. Hierfür können sowohl körpereigene als auch Spenderzellen zum Einsatz kommen.

„Die Therapie mit patienteneigenen oder fremden Immunzellen ist sehr aufwändig und erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen und hochspezialisiertes Personal. Um allen Betroffenen in Rheinland-Pfalz diese neuartigen Therapien zuverlässig und zeitnah anbieten zu können, haben wir die Kompetenzen der beteiligten Bereiche gebündelt. Mit dem Zentrum für Zelluläre Immuntherapie und Stammzelltransplantation haben wir jetzt eine zentrale Anlaufstelle für die Behandlung mit zellulären Immuntherapien geschaffen“, erläutert Dr. Eva Wagner-Drouet, Sprecherin des ZZIT und Leiterin der Zell-Therapie-Unit an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Im ZZIT der Universitätsmedizin Mainz werden die Patient:innen in der Vorbereitung der Zelltherapie durch ein multiprofessionelles Team aus Zelltherapeuten und Transfusionsmedizinern sowie Spezialisten für ihre Erkrankung beraten. Die Zelltherapie selbst wird auf einer speziellen Zelltherapie-Station durch ein Team aus Hämatologen, erfahrenem Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern betreut. Ein Team von Forschenden arbeitet an wissenschaftlichen Fragestellungen rund um die zelluläre Immuntherapie.

„Es freut mich sehr, mitzuerleben, wie eigene und internationale Forschungsarbeiten zur immunologischen Zelltherapie jetzt im Behandlungsalltag Realität werden. In diesem Sinne erproben wir heute bereits die nächsten Generationen von Therapieverfahren bei der Behandlung von Krebserkrankungen“, betont Univ.-Prof. Dr. Matthias Theobald, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und Stellvertretender Leiter des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT Mainz) sowie Leiter des Leukämie- und Lymphom-Centrums Mainz.

Ein noch sehr neues immuntherapeutisches Verfahren ist die sogenannte CAR (Chimäre Antigen-Rezeptor) -T-Zell-Therapie. Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden Immunzellen der Patient:innen durch Laborverfahren gezielt so verändert, dass sie die Tumorerkrankungen erkennen und angreifen können. Als einziger Standort in Rheinland-Pfalz bietet die Universitätsmedizin Mainz diese Therapie bereits als Routinebehandlung für Betroffene mit Lymphom-Erkrankungen, mit besonderen Formen der Akuten Leukämie sowie mit Multiplem Myelom an. Darüber hinaus werden CAR-T-Zellen an der Universitätsmedizin Mainz im Rahmen von klinischen Prüfungen bei weiteren Tumorerkrankungen eingesetzt. Die Universitätsmedizin Mainz ist zudem die einzige Klinik in Rheinland-Pfalz, die ein bereits etabliertes immuntherapeutisches Verfahren, die Stammzelltransplantation von Familienspendern oder Fremdspendern, durchführt.

Zu den Kernbereichen des neu gegründeten ZZIT gehören die Zell-Therapie-Unit und das Herstellungslabor für Zelltherapie der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik sowie die Transfusionszentrale und die Apotheke der Universitätsmedizin Mainz. Weitere interne Kooperationspartner sind unter anderem die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie die I. Medizinische Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz.

Das ZZIT gehört dem UCT Mainz an, einem Zusammenschluss aller Einrichtungen der Universitätsmedizin Mainz mit einem Schwerpunkt in klinischer Onkologie oder onkologischer Forschung. Das UCT Mainz zählt zu dem Netzwerk der aktuell vierzehn von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichneten Onkologischen Spitzenzentren in Deutschland.

 Weitere Informationen zur zellulären Immuntherapie und zum ZZIT: https://www.unimedizin-mainz.de/3-med/startseite/zentrum-fuer-zellulaere-immuntherapie-und-stammzelltransplantation.html

Quelle:
Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz,

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