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Landesuntersuchungsamt: Mehrheit der COVID-19-Intensivpatienten nicht vollständig geimpft!

Joachim Kübler · · 3 Min. Lesezeit

Romolo Tavani- AdobeStock.com

Die Mehrheit der rheinland-pfälzischen Corona-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen ist über 60 Jahre alt und nicht vollständig geimpft; Kinder unter 12 Jahren müssen dagegen nur selten wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. Das geht aus dem COVID-19-Wochenbericht des Landesuntersuchungsamtes (LUA) hervor, der heute zum ersten Mal und künftig immer donnerstags erscheint. Das neue Angebot umfasst Daten zur jüngsten Entwicklung der Pandemie in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz ebenso wie Zahlen seit Beginn der Pandemie.

Der Bericht soll dazu beitragen, die Corona-Lage in Rheinland-Pfalz differenziert bewerten zu können. Dazu schlüsselt er die von den rheinland-pfälzischen Gesundheitsämtern erfassten und übermittelten Corona-Fälle beispielsweise nach Altersgruppen und Impfstatus auf; außerdem unterscheidet er die Fälle danach, ob Personen „mit“ oder „aufgrund von“ Corona ins Krankenhaus eingeliefert wurden, auf der Intensivstation behandelt wurden oder verstorben sind. Er gibt zudem Aufschluss darüber, wie alt die Menschen sind, die an einer Corona-Erkrankung litten, und wie schwer ihre Erkrankung war.

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Wochenberichts ist die Abschätzung der Impfeffektivität. Dazu betrachten die Epidemiologen des LUA die Corona-Fälle des gesamten Jahres sowie der zurückliegenden acht Wochen dahingehend, ob Personen vollständig geimpft waren oder nicht. Ausgewertet werden diejenigen Fälle, bei denen Angaben zu Symptomen vorliegen, die hospitalisiert wurden, auf einer Intensivstation behandelt wurden oder verstorben sind. Für den gesamten Verlauf des Jahres 2021 zeigt sich, dass 97 Prozent der Menschen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, nicht vollständig geimpft waren. Ebenso waren 95 Prozent der ursächlich an Corona Verstorbenen in Rheinland-Pfalz nicht vollständig geimpft.

Allerdings geht aus dem Wochenbericht auch hervor: Der Anteil der vollständig Geimpften an Intensivpatienten und Verstorbenen hat in den vergangenen acht Wochen zugenommen. In diesem Zeitraum waren 11 Prozent der Menschen mit einer COVID-19-Erkrankung auf einer Intensivstation vollständig geimpft (89 nicht vollständig geimpft) und 29 Prozent der ursächlich an Corona Verstorbenen vollständig geimpft (71 Prozent nicht vollständig geimpft). Diese vermehrten sogenannten Impfdurchbrüche werden insbesondere bei Personen im Alter von 70 Jahren und älter beobachtet.

Ein Grund für diese Entwicklung ist wahrscheinlich die Tatsache, dass das Immunsystem im Alter nicht mehr so leistungsfähig ist und weniger gut auf Impfungen anspricht. Das entspricht auch den Daten, die die Impfstoffhersteller bei den Zulassungsverfahren ihrer Wirkstoffe publiziert haben. Nicht zuletzt deshalb werden derzeit Auffrischimpfungen für ältere Personen diskutiert.

Zum Schutz vulnerabler Gruppen wie den Hochbetagten sollten Regeln wie Abstand, Händehygiene, Maske und Lüften deshalb weiter beherzigt werden – auch trotz der fortschreitenden Impfkampagne.

Beim Wochenbericht für die 39. Kalenderwoche 2021 handelt es sich um die erste Ausgabe dieses Formats. Alle weiteren Wochenberichte im PDF-Format finden Sie künftig hier:

Quelle:
LANDESUNTERSUCHUNGSAMT RHEINLAND-PFALZ

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