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Pflegenetz Bad Kreuznach: Resilienz – Widerstandskraft bei pflegenden Angehörigen erkennen und fördern

Joachim Kübler · · 2 Min. Lesezeit

Foto von links: Annerut Marx, Dr. Alexandra Wuttke-Linnemann, Anja Wagner, Jana Morenz-Meyer

Das „Pflegenetz Bad Kreuznach“ traf sich am 05. Mai zum Thema Stärkung von pflegenden Angehörigen. An dem Treffen nahmen über 30 Vertreter von Institutionen und Anbietern teil, die in ihrer Arbeit immer wieder auch mit pflegenden Angehörigen in Kontakt sind. Im Mittelpunkt stand der Fachvorträge der Diplom-Psychologin Dr. Alexandra Wuttke-Linnemann „Resilienz- Widerstandskraft bei pflegenden Angehörigen erkennen und fördern“. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Netzwerk Demenz Region Bad Kreuznach e.V. statt und konnte durch dessen großzügige finanzielle Unterstützung angeboten werden.

Dr. Alexandra Wuttke-Linnemann, leitet das Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) in Mainz und forscht zur Situation von pflegenden Angehörigen. Forschungsschwerpunkt: 
Biopsychologische Mechanismen von Stress und Resilienz im Alter.

„Es geht noch“ – diesen Satz hört die Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin am häufigsten von ihren Patienten und Studienteilnehmern.

„Die pflegenden Angehörigen sind oft die Patienten in der zweiten Reihe – die Waage aus Stressfaktoren und der eigenen psychischen Widerstandsfähigkeit gerät leicht aus dem Gleichgewicht und die Pflegenden können in eine Depression rutschen“, so die Referentin.

Das unterstrich auch die Fachärztin für Psychiatrie Susanne Stolz in ihrem Grußwort als 2. Vorsitzende des Netzwerk Demenz. Am Beispiel eines typischen Falles, aus ihrer Arbeit als Oberärztin an der Gerontopsychiatrische Tagesklinik Bad Kreuznach, stellte sie einen häufigen Verlauf dar und zeigte auch die Notwendigkeit der Beratung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen auf.

Beide Referenten machten deutlich, dass pflegende Angehörige oft nicht erkennen, dass sie schon in einer Überforderung sind und, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn man sich Hilfe holt.

Dr. Alexandra Wuttke-Linnemann hat einen Fragebogen entwickelt, der frühzeitig erkennen lässt, ob Stressfaktoren schon an Übergewicht gewonnen haben. Spätestens dann muss gegengesteuert werden. Wichtig ist ein funktionierendes soziales System – Freunde und Familie, Spaziergänge, für sich selbst etwas tun, sich positiver und schöner Dinge wieder bewusst werden.

Die drei Organisatorinnen des Pflegenetzes Bad Kreuznach, Annerut Marx, Anja Wagner und Jana Morenz-Meyer sind sehr froh über die gelungene Veranstaltung und die tolle Resonanz der Teilnehmenden. Viele sind froh über die hilfreichen und praxisnahen Impulse für ihre Arbeit mit pflegenden Angehörigen.

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