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So gärtnern Sie, ohne den Rücken zu überfordern

Joachim Kübler · · 5 Min. Lesezeit

Bildrechte:: Leika production – stock.adobe.c. Fotograf: Aktion Gesunder Rücken e. V.

 

Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm die von vielen Hausbesitzern heißgeliebte Gartensaison. Narzissen, Stiefmütterchen und Tulpenzwiebeln fordern jetzt schon die ersten “Bücklinge” – aber aufgepasst: Wer zu viel Unbedachtes im Garten leistet, dem drohen Rückenschmerz und Verspannung. Wenn es richtig schiefläuft, kann auch mal ein ausgewachsener Hexenschuss das Dankeschön frisch eingebrachter Gartenpflanzen sein.

Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. gibt Tipps, wie die Gartenarbeit Hand in Hand mit einer guten Rückengesundheit einhergeht. Denn eins steht fest: Ein gesunder Rücken wird von der richtigen Bewegung im Garten an der frischen Luft nicht geschwächt, sondern gestärkt.

Gartenarbeit – perfektes Workout in der Natur

Bei der Gartenarbeit werden nahezu alle Muskelgruppen des Stütz- und Bewegungsapparates beansprucht. “Der Rücken verrichtet dabei manchmal echte Schwerstarbeit”, sagt Detlef Detjen, Experte auf dem Gebiet der Umgebungsprävention. “Das Umgraben eines Gemüsebeets fordert Muskulatur, Wirbelsäule, Sehnen und Bandscheiben wirklich heraus.” Hier müssen belastungsbedingte Verletzungen gar nicht erst entstehen, wenn einige Tipps befolgt werden:

  1. Achten Sie auf Ihre Bewegungsabläufe, um gelenk- und rückenfreundlich zu gärtnern. Heben Sie zum Beispiel stets aus den Knien und vollziehen Sie keine ruckartigen Bewegungen. Nutzen Sie außerdem Hilfsmittel wie kleine Unterlagen, falls Sie im Beet beim Pflanzen länger knien müssen.
  2. Gartengeräte mit ergonomischen Griffen und Stielen, die am besten auch noch individuell verstellbar sind, sollen die Arbeit erleichtern und den Rücken schonen.
  3. Da Gartenarbeit meist auf dem Boden stattfindet, sollten Sie auf keinen Fall dauerhaft gebückt arbeiten, sondern möglichst aufrecht. Gehen Sie am besten in die Hocke oder knien Sie. Stellen Sie ein Bein auf und stützen den Unterarm auf den Oberschenkel. So halten Sie sich gerade und entlasten den Rücken.
  4. Schwere Lasten sollten Sie verteilen, indem Sie zum Beispiel besser zwei kleine Gießkannen tragen, statt einer großen.
  5. Ganz wichtig: Wechseln Sie häufig die Position und gestalten Sie Ihre Gartenarbeit abwechslungsreich. Monotone Bewegungen, die Sie über einen längeren Zeitraum ausführen, sind extrem anstrengend – auch für den Rücken. Durch verteilte Belastungen werden verschiedene Muskelgruppen abwechselnd beansprucht, statt einer dauerhaften Belastung ausgesetzt zu sein.

Der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung fördert die Durchblutung der Muskulatur und beugt Verspannungen und Rückenschmerzen vor.

Hecke schneiden – aber richtig!

Hecken sind für viele Gärten nicht nur Zaun, sondern auch Sichtschutz oder sogar optische Highlights der Gartengestaltung. Umso mehr sollten sie gepflegt aussehen und mehrmals im Jahr gestutzt werden. Besonders problematisch sind dabei die Über-Kopf-Arbeiten, weil die schweren Heckenscheren in dieser Position Rücken und Nacken besonders stark belasten. Die Folge können schmerzhafte Verspannungen sein. Wie Sie diesen vorbeugen können, erfahren Sie auf www.agr-ev.de/heckenschere.

Rasen rückenfreundlich pflegen

Wenn Sie einen gut gepflegten Rasen mögen, kennen Sie das: Das Grün muss regelmäßig gemäht werden, damit es schön satt aussieht und gesund bleibt. Doch gerade Rasenmähen zählt – besonders bei größeren Rasenflächen – zu den besonders anstrengenden und in der Familie unbeliebten Arbeiten. Eine gekrümmte Körperhaltung und schwere, schlecht gängige Rasenmäher beanspruchen Wirbelsäule und Gelenke unnötig. Wer nicht auf einen Rasenmäh-Roboter umsteigen möchte, hat weitere Optionen. Mit folgenden Tipps wird Ihnen eine rückenschonende Handhabung ermöglicht: Achten Sie auf höhenverstellbare Holme, ergonomische Handgriffe, geringes Gewicht, optimale Gewichtsverteilung auf den Achsen sowie leichte Bedienbarkeit aller Elemente.

Weitere Tipps finden Sie außerdem unter: www.agr-ev.de/rasenmaeher

Für den akkuraten Schnitt der Rasenkanten und für schwer zugängliche Bereiche sind Rasentrimmer sehr beliebt. Zusätzlich haben manche Geräte Stützräder und einen drehbaren Rotorkopf. Das erleichtert die Arbeit mit dem Rasentrimmer nochmal.

Generell gilt: Achten Sie beim Kauf von Gartengeräten auf folgende Eigenschaften und Kriterien, dann wird’s rückengerecht:

  • Leichtgewicht bevorzugt: Das Gerät sollte nicht zu schwer in der Hand liegen.
  • Variabel: Lässt sich das Gerät oder Gartenwerkzeug auf unterschiedliche Handhaltungen oder Höhen einstellen? So werden einseitige Belastungen vermieden.
  • Die Griffe sollten aus rutschfestem Material und die Bedienelemente in jeder Position gut zu erreichen sein. So ist das Arbeiten möglichst sicher.

Auszeit vom Grünen

Hallo Garten – Hallo Auszeit! Wissen Sie eigentlich noch, warum Sie im Garten arbeiten? Genau! Um ihn von Zeit zu Zeit einfach vom Stuhl aus zu bewundern! Machen Sie also insbesondere am Anfang der Saison – wenn Ihre Muskeln noch nicht an die schwere Last gewöhnt sind – regelmäßige Pausen. 10 Minuten im Liegestuhl die Sonne bei einem kühlen Glas Limonade zu genießen, wirkt Wunder. Es muss nicht alles am ersten Tag fertig werden, es kommen noch genug schöne Tage für die Gartenarbeit.

Mehr erfahren Sie unter: https://www.agr-ev.de/de/rueckenschmerzen/rueckenuebungen

Über die AGR

Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. arbeitet seit über 25 Jahren daran, ein Bewusstsein für die Bedeutung rückengerechter Verhältnisse zu schaffen. Eine wichtige Entscheidungshilfe für Verbraucher stellt das AGR-Gütesiegel “Geprüft & empfohlen” dar. Alltagsgegenstände, die von unabhängigen medizinischen Gremien als besonders rückenfreundlich eingestuft werden, können mit dem renommierten Siegel ausgezeichnet werden.

Weiterführende Informationen zum AGR-Gütesiegel und zu zertifizierten Produkten gibt es unter www.agr-ev.de/produkte

Quelle:
Original-Content von: Aktion Gesunder Rücken e. V., übermittelt durch news aktuell

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