Bei einer Zwangsstörung können sowohl Zwangsgedanken als auch Zwangshandlungen auftreten. Typische Zwangsgedanken sind zum Beispiel die andauernde Angst vor Keimen und Infektionen oder davor, etwas vergessen zu haben oder sich unangemessen zu verhalten. Zwangshandlungen sind mit Tätigkeiten verbunden. Es sind bestimmte Rituale, die Betroffene immer und immer wieder ausführen. Sie versuchen so, bedrohliche Gedanken loszuwerden und sich wieder sicherer zu fühlen. Manche Menschen waschen sich andauernd die Hände oder putzen ständig ihre Wohnung. Menschen mit Ordnungszwang haben für sich selbst eine feste Vorstellung davon entwickelt, wie Dinge angeordnet und sortiert sein müssen. Jede andere Art der Ordnung macht sie nervös. Wenn Menschen mit einer Zwangsstörung versuchen, diese Handlungen zu unterdrücken, werden sie unruhig, angespannt und angsterfüllt.

Betroffene erleben ihre Zwangsgedanken und Zwangshandlungen selbst als übertrieben oder nicht sinnvoll. Manche fürchten deshalb, dass sie „verrückt“ werden könnten.

Eine Zwangsstörung lässt sich nicht „heilen“. Mit professioneller Unterstützung können die Beschwerden aber auf ein erträgliches Maß verringert werden, sodass ein normales Leben wieder möglich ist.. Den meisten wird eine Psychotherapie empfohlen. Für sie eignet sich besonders die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Ergänzend zu einer KVT, oder wenn eine Psychotherapie (noch) nicht möglich ist, kommen Medikamente infrage, die auch gegen Depressionen eingesetzt werden (Antidepressiva). Dazu gehören vor allem sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).

Wer das Gefühl hat, an einer Zwangsstörung zu leiden, bekommt detailliertere Informationen bei der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (www.zwaenge.de).

 

www.barmer.de/gesundheit-verstehen/krankheiten-a-z/zwangsstoerungen-17502

 

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