Ein neuer Blick auf Gesundheit & Wohlbefinden GESUNDHEIT & WOHLBEFINDEN
gesundheitRHEIN–NAHESuche ↗
MenüErnährungBewegungÜberregionale GesundheitsnachrichtenNewsletterUnsere Gesundheits-ExpertenKreis Bad KreuznachKreis Mainz-BingenKreis Aley-WormsRhein-Hunsrück KreisSelbsthilfegruppenWerbungUncategorizedArchivNachrichten aus der MedizinAdvertorialNaturheilkundePflegePsychologieEntspannungKörper & PsycheCoronaKur & ErholungKrebs-BlogDiät & ErnährungApotheken & MedizinPflege & VersorgungGesundheit & PolitikAlternative HeilmethodenStellenangeboteWellness & BeautyWellness & EntspannungSuche
Pflege & Versorgung

Im Gespräch mit Brigitte Dreher - Teamleiterin Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 5 Min. Lesezeit
Im Gespräch mit Brigitte Dreher - Teamleiterin Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe
 (von links) Ärztlicher Leiter Robert Gosenheimer, Teamleiterin Brigitte Dreher und ihr Stellvertreter Bernd Eichenauer stehen im ganz engen Austausch zum Wohle der Patienten Foto: Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz
(von links) Ärztlicher Leiter Robert Gosenheimer, Teamleiterin Brigitte Dreher und ihr Stellvertreter Bernd Eichenauer stehen im ganz engen Austausch zum Wohle der Patienten Foto: Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz

Das Gespräch führte Joachim Kübler

Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe betreut immer mehr Patienten- Versorgung im gewohnten Umfeld sehr gefragt


 

Gesundheit-Rhein-Nahe.de

Seit wann gibt es den segensreichen Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe?

 

Brigitte Dreher

Der Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe am Krankenhaus St. Marienwörth hat bereits im Oktober 2009 unter der ärztlichen Leitung des Palliativmediziners Robert Gosenheimer seine Tätigkeit aufgenommen. Seit über zehn Jahren profitieren so Patientinnen und Patienten von der Ambulanten Spezialisierten Palliativversorgung (SAPV), jährlich nehmen mehr Menschen die professionelle Unterstützung in Anspruch.

 

Gesundheit-Rhein-Nahe.de

Warum steigt die Nachfrage jährlich?

 

Brigitte Dreher

Der ambulanten Palliativversorgung kommt deshalb eine immer größer werdende Bedeutung zu, da die meisten Menschen den Wunsch haben, in ihrem häuslichen Umfeld zu sterben. Dieser Wunsch wurde auf europäischer Ebene als Auftrag an die Politik bereits vor geraumer Zeit erkannt: Im November 2003 formulierte der EU-Ministerrat die klare Empfehlung zur Verbesserung der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung an die Mitgliedstaaten.

 

Menschen mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankungen haben seit 1. April 2007 auch in Deutschland  einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Ziel dieser besonderen Unterstützung ist es, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Sie ergänzt das bestehende Versorgungsangebot, insbesondere das der Hausärzte, Krankenhäuser und Pflegedienste. Im Vordergrund steht die medizinisch-pflegerische Aufgabe, Symptome und Leiden einzelfallgerecht zu lindern.

Die Zahl der eingeschriebenen Patienten hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Waren es 2009 gerade mal 16 betreute Personen so ist diese Zahl im Jahr 2010 schon auf 58 angewachsen. Bis 2013 erhöhte sich die Zahl auf 250 Patienten und im vergangenen Jahr 2019 waren es etwas mehr als 400 Personen.

 

Gesundheit-Rhein-Nahe.de

Wer kann die SAPV in Anspruch nehmen?

 

Brigitte Dreher

Der Stützpunkt bietet die ambulante palliativmedizinische Versorgung von rund 250.000 Einwohnern im Gebiet Lauterecken, Bad Sobernheim, Bad Kreuznach, Bingen, bis hin nach Ingelheim im Umkreis von 30 Kilometern um Bad Kreuznach mit spezialisierter ambulanter Palliativmedizin an.

 

Gesundheit-Rhein-Nahe.de

Wie setzt sich das Team zusammen?

 

Brigitte Dreher

Zurzeit kooperieren rund zehn Palliativmediziner und nochmals zehn ambulante Pflegedienste beziehungsweise Sozialstationen mit dem Palliativstützpunkt. Diese Zahl ist von Beginn an relativ stabil geblieben. Die Zahl der Palliativ Care Fachkräfte hat sich von anfänglich rund 20 Mitarbeitenden auf mittlerweile fast vierzig erhöht.

Die ärztliche Leitung des Stützpunktes liegt von Beginn an bei Robert Gosenheimer. Er ist seit 1999 leitender Arzt der palliativmedizinischen Abteilung des Krankenhauses St. Marienwörth und hat 2004 dort die Palliativstation aufgebaut. Am internen SAPV Büro sind mit mir als Teamleitung und Bernd Eichenauer als mein Stellvertreter mittlerweile vier Palliative Care Fachkräfte und zwei Verwaltungsfachkräfte angestellt.

 

Neben Palliativmedizinern, Palliativ Care Fachkräften und dem Team des Stützpunktes gibt es verschiedene ambulante Kooperationspartner wie den ambulanten Hospizdienst, einen Schmerzpumpendienst, mehrere Apotheken, Sanitätshäuser und auch Seelsorger. 

Wesentliche Bestandteile der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung sind die Koordination der verschiedenen Dienste, die für den Patienten zu Hause tätig werden sowie Beratung, Anleitung und Begleitung der Patienten und ihrer Angehörigen in medizinischen und pflegerischen  Belangen. Darüber hinaus ist die menschliche und psychologische Unterstützung im Umgang mit Sterben und Tod besonders wichtig.

 

Gesundheit-Rhein-Nahe.de

Wie arbeitet das Team?

 

Brigitte Dreher

Das spezialisierte Palliativ-Team kann dann zum Einsatz kommen, wenn ein komplexes Symptomgeschehen vorliegt wie z. B. ausgeprägte Schmerzen, Luftnot, problematische Wunden, schwer zu beherrschende Übelkeit, Erbrechen oder andere leidvolle Symptome. Wenn in solchen Fällen die  ärztliche oder pflegerische Versorgung zu Hause an fachliche oder personelle Grenzen stößt und die Klinikeinweisung eines Patienten droht, ist es sinnvoll den Patienten im Palliativstützpunkt anzumelden, um den Verbleib zu Hause bis zuletzt zu sichern. Eine medizinische Betreuung durch das SAPV-Team kann auch im Pflegeheim oder im stationären Hospiz stattfinden.

 

Das Vorgehen ist dabei genau festgelegt: Die Anmeldung des Patienten am Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe erfolgt durch den behandelnden Arzt – Hausarzt, Onkologe, Neurologe etc.. Für die Versicherten entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Auch Krankenhausärzte können vor Entlassung des Schwerstkranken die Verordnung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für sieben Tage ausstellen - im Einzelfall auch länger – das ist eine Besonderheit. Das Formblatt muss vom Patienten unterschrieben sein. Dann muss es direkt ins Büro des Stützpunktes in Bad Kreuznach gesendet werden. Erst per FAX und dann per Post.

 

Vom Palliativteam wird dann innerhalb von drei Tagen ein individueller Maßnahmen- und Hilfeplan erstellt. Mit dem behandelnden Hausarzt und dem Pflegedienst finden regelmäßige  Beratungen statt. Wöchentliche Teamkonferenzen und regelmäßige Besuche durch eine  Palliative Care Pflegefachkraft und durch einen Palliativmediziner geben die Möglichkeit zur Überprüfung und Änderung des Behandlungskonzeptes.

Für die eingeschriebenen Patienten gibt es eine „rund um die Uhr“ Ruf-, und Notfalleinsatzbereitschaft und wir sind in der Lage, notwendige Hilfsmittel wie Schmerzpumpen, Sauerstoffkonzentratoren oder Lagerungsmittel unverzüglich bereitzustellen.

 

 

Kontakt

Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe

Mühlenstraße 39

55543 Bad Kreuznach

Tel.:     (0671) 372-1430

Fax.:    (0671) 372 16 74

Weiterführende Informationen finden Sie im Internet unter

www.palliativstuetzpunkt-kh.de

 

 

Weiter entdecken

Kostenlose Online-Seminare für Angehörige und Pflegende Mit Demenz umgehen – Grundlagen, Kommunikation, Hören, Selbstfürsorge
Pflege & Versorgung

Kostenlose Online-Seminare für Angehörige und Pflegende Mit Demenz umgehen – Grundlagen, Kommunikation, Hören, Selbstfürsorge

In den von der Veronika-Stiftung geförderten Online-Seminaren werden wichtige Grundlagenthemen umfassend und leicht verständlich von Expertinnen und Experten für Angehörige von Menschen mit Demenz oder professionell Pflegende aufgearbeitet. Die Referenten führen 60 Minuten durch ihren jeweiligen Themenbereich und stellen Videosequenzen vor, die realistischen Alltagssituationen nachempfunden sind, um so anhand authentischer Beispiele mögliche Lösungsstrategien zu erläutern und hilfreiche Anregungen zu geben. Alle Referenten stehen nach ihrem Vortrag noch für Fragen bereit. Die Termine: 22. Juli 2021, 15:30 Uhr Hören, Schwerhörigkeit und Demenz: Hören bestimmt die Teilhabefähigkeit von Menschen mit Demenz. Ist die Hörfähigkeit eingeschränkt, dann wird der Mensch aus Gesprächen und gemeinsamen Unternehmungen ausgeschlossen. Doch man kann das Hören auch therapeutisch anwenden und z. B. über das Hören bekannter Musikstücke den Menschen mit Demenz ein Stückweit aktivieren. Prof. Dr. Andreas

17.06.2021 Artikel ansehen ↗
Pflegestammtisch online: Angebot für pflegende Angehörige durch die Stadtteilkoordination BME
Pflege & Versorgung

Pflegestammtisch online: Angebot für pflegende Angehörige durch die Stadtteilkoordination BME

Pflegen Sie Angehörige und möchten sich gerne austauschen? Sind Sie nicht selbst schon Expertin in der Versorgung für andere Menschen und haben viele wertvolle Erfahrungen sammeln können, die für andere interessant oder stärkend sein können? Ein digitales Informations- und Begegnungsangebot in Form eines Pflegestammtisches für den Stadtteil Bad Münster am Stein-Ebernburg und Umgebung findet am Mittwoch, 12. Mai, von 14 bis 15 Uhr im Online-Begegnungsraum der Begegnungsstätte Vielfalt statt. Geplant sind weitere Termine, in denen einmal im Monat in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt Bad Kreuznach gemeinsame Treffen, ein intensiver Austausch und interessante Fachgespräche stattfinden können. Wer Interesse an dem Angebot oder weitere Fragen hat, kann sich gerne bei Stadtteilkoordinatorin Bad Münster am Stein-Ebernburg, Marlene Jänsch, Tel.: (06708) 6693300, mobil( 0151), 54122926, E-mail: [email protected] bis zum 11. Mai melden. Für die digitale Teilnahme über den

28.04.2021 Artikel ansehen ↗