Ein neuer Blick auf Gesundheit & Wohlbefinden GESUNDHEIT & WOHLBEFINDEN
gesundheitRHEIN–NAHESuche ↗
MenüErnährungBewegungÜberregionale GesundheitsnachrichtenNewsletterUnsere Gesundheits-ExpertenKreis Bad KreuznachKreis Mainz-BingenKreis Aley-WormsRhein-Hunsrück KreisSelbsthilfegruppenWerbungUncategorizedArchivNachrichten aus der MedizinAdvertorialNaturheilkundePflegePsychologieEntspannungKörper & PsycheCoronaKur & ErholungKrebs-BlogDiät & ErnährungApotheken & MedizinPflege & VersorgungGesundheit & PolitikAlternative HeilmethodenStellenangeboteWellness & BeautyWellness & EntspannungSuche
Gesundheit & Politik

AOK übt scharfe Kritik am Maßnahmenbündel zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · · 3 Min. Lesezeit

Die jetzt im Kabinettsentwurf zum Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) vorgesehenen Regelungen zur finanziellen Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stoßen beim AOK-Bundesverband auf strikte Ablehnung. "Zur Einhaltung der versprochenen Sozialgarantie im Wahljahr sollen jetzt die kassenindividuellen Rücklagen einkassiert werden. Dabei ist allen klar, dass ein Gros des für 2021 errechneten Finanzbedarfs von über 16 Milliarden Euro nichts mit Corona zu tun hat, sondern durch die ausgabentreibende Gesetzgebung in dieser Legislatur verursacht wird. Spätestens 2022 drohen bei geplünderten Rücklagen massive Steigerungen der Beitragssätze. Dieses finanzpolitische Strohfeuer untergräbt das Vertrauen in eine seriöse und kalkulierbare Gesundheitspolitik und macht eine solide Finanz- und Haushaltsplanung unmöglich", erklärt der Vorstandsvorsitzende Martin Litsch.

 

Wenn die Politik eine Sozialgarantie ausspreche, dürfe sie dieses Versprechen nicht durch den Griff in die Tasche der Beitragszahler einlösen, so Litsch. Stattdessen müsse die Sozialgarantie durch einen entsprechenden Bundeszuschuss abgesichert werden. "Die Rücklagen der Kassen sind von Mitgliedern und Arbeitgebern aufgebracht worden. Eine Umverteilung dieser Mittel in den Gesundheitsfonds ist unfair." Damit erledige sich jeder Anreiz in der GKV zum wirtschaftlichen Handeln und zum Aufbau von Rücklagen. Die AOK-Gemeinschaft, die in der GKV einen Marktanteil von rund 36 Prozent hat, soll über 50 Prozent dieser Vermögensabgabe tragen. Gleichzeitig wird sie durch die Regelungen des sogenannten "Faire-Kassenwahl-Gesetzes" überproportional belastet.

 

Fatale Wechselwirkungen erwartet der Verbands-Chef im Zusammenhang mit den Regelungen des Versichertenentlastungsgesetzes (GKV-VEG). Dort ist bereits jetzt vorgeschrieben, dass das Vermögen der Krankenkassen durch einen nicht ausgabendeckenden Zusatzbeitrag in den Jahren 2020, 2021 und 2022 auf eine Monatsausgabe abzusenken ist. Diese Schwelle wird nun durch den GPVG-Entwurf nochmals auf 0,8 Monatsausgaben heruntergeschraubt. "Kassen, die nach den Vorgaben des GKV-VEG Haushalte mit negativen Ergebnissen zum Abbau des Vermögens aufgestellt haben, werden jetzt gezwungen, ihre Zusatzbeiträge zeitnah zu erhöhen", erklärt Litsch. Er warnt vor diesem Hintergrund vor unkontrollierten Haftungsfällen: "Die Kombination aus der beschlossenen Zerschlagung der kassenartenspezifischen Haftungsverbünde, der auf ein unverantwortliches Maß abgesenkten Mindestrücklage sowie dem nun verschärften Zusatzbeitrags-Anhebungsverbot in bestimmten Fällen kann dazu führen, dass Kassen schneller in die Insolvenz rutschen."

 

Zur Stabilisierung der Sozialbeiträge und zur Einhaltung der Sozialgarantie im kommenden Jahr hält die AOK-Gemeinschaft einen entsprechenden Bundeszuschuss für angemessen. "Das ist ordnungspolitisch geboten und die beste Lösung", so Litsch. Andernfalls gebe es nur noch die Möglichkeit, die durch die Gesetzgebung in dieser Legislatur verursachte Steigerung der Leistungsausgaben zu limitieren. Litsch: "Dazu muss die Politik dann aber auch unpopuläre Entscheidungen treffen, die die Pharmaindustrie und die Leistungserbringer mit in die Verantwortung nehmen. Um die völlig aus dem Lot geratene Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben in der GKV auch in den Folgejahren wieder ins Gleichgewicht zu bringen, besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf ". Als Beispiele für mögliche Maßnahmen führt der Verbands-Chef die deutliche Erhöhung des gesetzlichen Herstellerabschlags auf patentgeschützte Arzneimittel von pharmazeutischen Unternehmen oder die Streichung der strategieanfälligen TSVG-Regelung zur befristeten Bereinigung der gedeckelten Gesamtvergütung von Vertragsärzten an. Auch durch die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Arzneimittel oder eine Wiederherstellung nicht begrenzter Rechnungsprüfungen bei der Krankenhausabrechnung gebe es milliardenschwere Einsparpotentiale.

 

 

Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

Weiter entdecken

Große internationale Genomanalyse enthüllt COVID-19-Risikofaktoren
Gesundheit & Politik

Große internationale Genomanalyse enthüllt COVID-19-Risikofaktoren

Im Rahmen einer großen internationalen Studie, an der auch Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen beteiligt sind, wurden mehrere genetische Marker entdeckt, die mit der SARS-CoV-2-Infektion und dem Schweregrad von COVID-19 in Verbindung stehen. Die Forschenden haben fast 50.000 Personen mit COVID-19-Erkrankung und zwei Millionen nicht-infizierte Kontrollpersonen untersucht. Ihre Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht. Die Forschungsarbeiten in Essen wurden durch die Stiftung Universitätsmedizin Essen unterstützt.

09.07.2021 Artikel ansehen ↗
Diakonie Krankenhaus: Neues Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie
Gesundheit & Politik

Diakonie Krankenhaus: Neues Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Zusammenschluss von Fachabteilungen am Diakonie Krankenhaus Ab 1. Juli 2021 arbeiten die Fachabteilungen Orthopädie und Unfallchirurgie am Diakonie Krankenhaus in einer gemeinsamen Struktur. Damit entsteht ein neues Kompetenzzentrum, das Patientinnen und Patienten sowohl mit akuten Verletzungen als auch angeborenen oder erworbenen Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane versorgt. Die Leitung des neuen Zentrums übernimmt Chefarzt Prof. Dr. Frank Hartmann. Die Stiftung kreuznacher diakonie hatte den Spezialisten für Unfallchirurgie Anfang des Jahres als Nachfolger von Dr. Eckart Bader gewonnen. Ihm zur Seite steht Dr. Martina Dafferner-Franzmann als neue Sektionsleiterin für Orthopädie. Die Orthopädin arbeitet seit 1997 in Bad Kreuznach, zuletzt als leitende Oberärztin und Senior-Hauptoperateurin des Endoprothesenzentrums. „Wir freuen uns sehr, dass wir Dr. Dafferner-Franzmann und Prof. Dr. Hartmann für diese neue medizinische Struktur gewonnen haben. Wir hätten keine geeigneteren Ko

30.06.2021 Artikel ansehen ↗
Unterstützung für Kinder sucht- oder psychisch kranker Eltern  „Junge NAHE Kirche“ mit beachtlicher Spende für „Kids & Co“ bzw. „Teens & Co“
Gesundheit & Politik

Unterstützung für Kinder sucht- oder psychisch kranker Eltern „Junge NAHE Kirche“ mit beachtlicher Spende für „Kids & Co“ bzw. „Teens & Co“

Über eine großzügige Spende freuen sich die beiden Idar-Obersteiner Caritas-Gruppen für Kinder sucht- oder psychisch kranker Eltern: Im Namen der katholischen Jugendarbeit im pastoralen Raum Idar-Oberstein – die „Junge NAHE Kirche“ – überbrachte Michael Michels, Pastoralreferent im Dekanat Birkenfeld, nun 1.000 Euro für die Kindergruppe „Kids & Co“ und ihr Pendant, die Jugendgruppe „Teens & Co“. Zusammengekommen war der beachtliche Betrag schon Ende des vergangenen Jahres beim Verkauf von Weihnachtspostkarten. Die von jungen Leuten aus Birkenfeld, Hoppstätten-Weiersbach, Idar-Oberstein und Kirn gestalteten Karten erfreuten sich riesiger Beliebtheit – nicht bloß bei einzelnen Gemeindemitgliedern: Firmen und Institutionen aus dem Gebiet nutzten die atmosphärisch ansprechenden Klappkarten für ihre Weihnachtpost, was dem Erlös für die gute Sache natürlich zuträglich war. Hinzu kamen Spendengelder aus einer Nikolaus-Aktion der katholischen Jugendarbeit in mehreren Kirchen des Dekana

18.05.2021 Artikel ansehen ↗