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Carolin Machold: Yoga als guter Vorsatz fürs neue Jahr? Eine kleine Orientierungshilfe

2020 ist endlich geschafft! Aber auch wenn bei diesem Jahreswechsel irgendwie alles anders war als sonst, sind die ersten Tage des neuen Jahres doch wie immer eine Zeit der Reflexion, des Zurückblickens und nach vorne Schauens. Zeit, um Vorsätze, Wünsche und Ziele zu fassen.

Zwar ist es im Moment noch schwierig, konkrete Pläne zu schmieden, so wie wir das sonst gewöhnt sind. Aber in diesem letzten Jahr, das für viele von uns sehr turbulent, verunsichernd, fordernd und einfach anstrengend war, hast Du vielleicht öfter den Wunsch verspürt, Ruhe und neue Kraft zu tanken, aber wusstest nicht so recht, wie?

Yoga kann dabei eine großartige Unterstützung sein und ich selbst war selten so froh Yoga zu üben, wie in diesen letzten stürmischen Monaten. Und da uns wohl so einige Herausforderungen noch bevorstehen werden, wie wäre es für 2021 mit dem Vorsatz, einmal Yoga für Dich auszuprobieren?

 

Falls Dir jetzt zwanzig Gründe einfallen, warum Yoga für Dich nicht das Richtige ist, habe ich mal zusammengefasst, welche Du davon getrost vergessen kannst und was hingegen wirklich wichtig ist. 

 

Irrtümer und Vorurteile über Yoga, die Du getrost vergessen kannst

 

  • Ich bin zu unbeweglich, deswegen ist Yoga nichts für mich.
    Beim ersten Mal Yoga üben ist es wie bei jeder anderen (körperlichen) Sache, die man vorher noch nie ausprobiert hat: Es fühlt sich ungewohnt und vielleicht ein bisschen seltsam an. Aber wenn man mit dem Laufen beginnt, fängt man ja auch nicht gleich mit dem Marathon an. Genauso wenig muss man für ein erstes Ausprobieren beim Yoga gleich das berüchtigte Bein hinters Ohr klemmen, einen Spagat oder einen Kopfstand machen können. Und ganz wichtig: das MUSST Du auch nach langem Üben keineswegs! 

  • Nur junge, schlanke, sportliche Menschen können Yoga machen.
    Das ist absoluter Quatsch. Auch wenn Social Media Plattformen ein anderes Bild vermitteln mögen: Yoga ist nicht nur für sportliche, junge, formschöne Menschen möglich, sondern für ALLE Menschen. Jeden Alters, jeden Geschlechts, jeglicher körperlicher Verfassung. Der Yoga-Stil und die konkrete Ausführung der Positionen (Asanas) sollte jedem Körper individuell angepasst werden, und nicht umgekehrt.

  • Yoga ist nichts für Männer.
    Siehe oben: das ist definitiv nicht wahr. Yoga ist für jeden Menschen etwas, der sich bewegen, seinen Atem spüren und seine Gedanken fokussieren lernen möchte. Männern fallen in aller Regel andere Positionen leichter bzw. schwerer als Frauen, aber diese Unterschiede sind keineswegs so gravierend, als dass Männer und Frauen nicht die gleichen Yoga-Klassen besuchen könnten.

  • Solange Yogaschulen und Fitnessstudios geschlossen sind, kann ich es nicht ausprobieren.
    Der Lockdown macht es Yogalehrer:innen, Yogaschulen und Fitnessstudios nicht gerade leicht, das stimmt. Und auch wenn ein Online-Kurs über Zoom niemals den gemeinsamen Unterricht vor Ort ersetzen kann, so kannst Du darüber aktuell online in unzählige Angebote reinschnuppern, Dir verschiedenste Stile und Lehrer:innen anschauen und einen ersten Eindruck gewinnen, was Dir Spaß macht.

  • Yoga ist mir viel zu spirituell.
    Yoga ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige Praxis, das ist richtig. Denn zum Yoga gehört neben dem körperlichen Aspekt auch das Üben von Meditation, bestimmten Atemtechniken (Pranayama) und das Befassen mit Yogaphilosophie - wenn man daran Interesse und Freude hat. Aber da verhält es sich wieder wie beim Marathon. Du fängst mit dem an, was für Dich am leichtesten ist. Und das ist für viele Menschen die körperliche Praxis. Dadurch spürst Du nach und nach wahrscheinlich “von ganz allein”, dass Du geistig ruhiger wirst, Dich besser konzentrieren kannst usw. Du musst also keineswegs gleich in irgendwelchen spirituellen Sphären schweben, um Yoga für Dich auszuprobieren. 

Worauf es wirklich ankommt

 

  • Yoga soll Spaß machen und Dir guttun!
    Yoga kann schweißtreibend sein, wenn Du das möchtest, ist aber definitiv kein Sport, keine Erfindung der Leistungsgesellschaft und erst recht kein Schönheitswettbewerb! Das Allerwichtigste ist, dass es Dir Spaß macht und Du Dich danach besser fühlst als zuvor. Falls Du in letzter Zeit Verletzungen hattest, hol Dir bitte zunächst das ärztliche Okay ein, dass nichts gegen Yoga spricht.

  • Finde den Stil, der zu Dir passt.
    Jeder Mensch und jeder Körper ist individuell - und genauso individuell ist Yoga. Nicht jeder Körper kann alles, aber es gibt für Jede*n den “richtigen” Yoga-Stil. Ob ruhiges Yin-Yoga, dynamisches Hatha-Vinyasa-Yoga oder kraftvolles Ashtanga-Yoga, um nur ein paar wenige der vielen Möglichkeiten zu nennen, probiere am besten ein wenig aus, um herauszufinden, was zu Dir passt. Wenn Dir nicht klar ist, welche(n) Stil(e) eine Yogaschule anbietet, trau Dich vorab nachzufragen.

  • Finde das Level, das zu Dir passt.
    Klingt vielleicht banal, ist aber sehr wichtig. Wenn Du noch nie Yoga gemacht hast, solltest Du nach Klassen für Anfänger:innen suchen, um eine solide Grundlage für Deine Yogapraxis zu schaffen. Die grundlegenden Positionen (Asanas) sollten dabei einfach und verständlich erklärt werden, sodass Du nicht völlig überfordert bist und Verletzungen vermieden werden können.

  • Du brauchst nicht viel Schnickschnack.
    Wenn Deine erste Yogastunde eine Online Klasse ist, mache Dich im Vorfeld mit der nötigen Technik vertraut. Außerdem brauchst Du bequeme, aber gut sitzende Kleidung, vielleicht eine Decke für Deine Endentspannung und eine (Yoga-) Matte. Die gibt es in verschiedensten Ausführungen und Preiskategorien, aber zu Beginn tut es vielleicht auch ein weicher, halbwegs griffiger Teppich als Unterlage.

Such Dir eine möglichst ruhige Ecke, die nicht zu eng ist, schalt Dein Handy lautlos, leg alles weg, was Du nicht brauchst und los geht’s - viel Spaß!

Mehr zu Carolin Machold hier.

 

Fragen an unser Redaktionsmitglied Melanie Hinkel über die
Redaktion an: 
info@gesundheit-rhein-nahe.de

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