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Heilpraktikerin Judith Grobusch: Blutegeltherapie – Teil 2

Redaktion Gesundheit Rhein-Nahe · 4 Min. Lesezeit
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Blutegeltherapie –  Teil 2: Vorkommen, Ernährung & Fortpflanzung

Vorkommen und Lebensart

Leider sind Blutegel in der freien Wildbahn in deutschen Gewässern eher selten – geschweige denn an Land zu finden. Dies hat vor allem damit zu tun, dass in Deutschland eine starke Gewässerverschmutzung vorliegt und den schwankenden Witterungsverhältnissen.

Anders ist es zum Beispiel in der Türkei. Dort wachsen und gedeihen sie zahlreich in den Gewässern von Naturschutzgebieten. Ansonsten leben sie in sauberen, kalkarmen Süßwassern, wie zum Beispiel in flachen Teichen, Tümpel oder Seen, aber auch in langsam fließenden Gewässern mit konstantem Wasserspiegel (pH-Wert der Gewässer = leicht sauer – zwischen 5 und 7). Blutegel sind sehr empfindlich und reagieren auf Gewitter oder gewittrige Luft. Ebenso vertragen sie direkte Sonneneinstrahlung oder Temperaturerhöhungen des Wassers schlecht. Im Winter ziehen sich die Blutegel in den schlammigen ungefrorenen Untergrund der Gewässer zurück und überwintern dort, dennoch halten sie keinen Winterschlaf. Ihre Aktivität hängt von den Temperaturen ab. Ein wichtiges und besonderes Merkmal ist, dass sie sich mehrmals im Monat (alle 3-10 Tage) häuten.

Ernährung

In der Jugend besteht die Nahrung des Blutegels vor allem aus dem Blut kleiner wechselwarmer Wassertiere wie Frösche, Kaulquappen, Kröten, Molche oder Fische. Damit der Egel wachsen kann, ist das Blut wechselwarmer Tiere ausreichend. Damit sie sich fortpflanzen können, ist es notwendig, dass ihre Körpertemperatur weitgehend konstant bleibt. Man spricht von warmblütigen Tieren.

Auf Wasserbewegungen, die von potenziellen Wirtstieren ausgelöst werden, reagiert der Blutegel äußerst empfindlich. Hat er sein Opfer erreicht, setzt er sich auf dessen Haut fest und beginnt sich an geeigneter Stelle festzubeißen.

Während der Nahrungsaufnahme erhöht sich das Körpergewicht des Blutegels innerhalb einer halben Stunde bis Stunde auf das 5-10 fache. Sobald die Sättigung eintritt, lässt er los. Der Blutegel speichert diese enorme Menge an Blut in seinem Magen. Dieser besteht aus vielen Blindsäcken, die das ungerinnbar gemachte Blut über viele Monate speichern können (noch nach 18 Monaten ist der Mageninhalt flüssig, widersteht Fäulnis und enthält unveränderte Blutkörperchen). Während der Nahrungsaufnahme wird Wasser aus dem aufgesaugten Blut vom Magen resorbiert, um die Nahrung zu konzentrieren. Die gespeicherte Blutmenge entspricht nur circa 60 % des aufgenommenen Blutvolumens. Das überflüssige Wasser wird noch während des Fressens als schleimiges Sekret über die Haut abgegeben, das den Blutegel gleichzeitig vor dem Austrocknen schützt.

Nach der Nahrungsaufnahme ist der Egel prall geschwollen und stark in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, er zieht sich zurück und ruht sich aus. Erst nach einer Woche ist er wieder zu einer schlängelnden Schwimmbewegung fähig. Das gespeicherte Blut wird innerhalb von 5 – 18 Monaten verdaut und dennoch sind Blutegel schon nach ca. 2 – 4 Monaten wieder beiß- und saugwillig. Mit fortschreitendem Verbrauch der Nahrungsvorräte und dem danach einsetzenden Hungern werden die Egel wieder kleiner.

Fortpflanzung

Es handelt sich streng genommen um „zwittrige“ Würmer. Das heißt, sie besitzen sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane. Die Weiblichen sind nach 9 Monaten reif, die Männlichen nach 6 Monaten. Ihre Befruchtungszeit ist Juni bis August, in wärmeren Gegenden auch April bis Oktober. Nach der gegenseitigen Befruchtung legen die Blutegel Kokons – in der Größe einer Eichel – mit 5 bis 30 Eiern in die feuchte Ufererde oberhalb der Wasserlinie ab. Die Egel können bis zu 8 Kokons in Abständen von 5 bis 12 Tagen ablegen. Nach ca. 6 Wochen entschlüpfen daraus die jungen Blutegel. Sie sind als Jungtier ca. 10-20 mm lang und 1-2 mm breit. Ihr Geburtsgewicht liegt ca. bei 70 mg.

Mehr zu Judith Grobusch hier.

Fragen an unser Redaktionsmitglied Katja Schwalm über die
Redaktion an: [email protected]

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