
Dieter Jeromin: Der Schlaf und seine Geheimnisse (Teil 2)
Nachdem wir einige der neurophysiologischen Erkenntnisse zum Schlaf angesprochen haben, sollten wir jetzt auch die psychologischen Aspekte des Schlafs nicht außer Acht lassen. Hier bietet uns Eric Kandel (geb. 1929 in Wien), der im Jahr 2000 den Nobelpreis für Medizin erhielt, einen guten Übergang. In seinem Buch “The Disordered Mind: What Unusual Brains Tell Us About Ourselves” von 2018 schildert er ein Bewusstseinskontinuum zwischen dem Wachzustand und tiefem Schlaf. Unsere Bewusstseinsebene ist mit der Bewusstseinsebene des Gehirns verbunden. Das Gehirn ist im Wachzustand aktiver als im Schlaf und am wenigsten aktiv, wenn wir im Koma liegen. Eine Region im oberen Hirnstamm moduliert dieses Bewusstseinsniveau. Beschädigt man experimentell diese Region bei Mäusen, dann fallen sie ins Koma. Wenn man sie jedoch elektrisch stimuliert, weckt sie das sofort aus dem Schlaf. Es stellt sich die Frage an welchem Punkt bestimmte geistige Erfahrungen bewusst werden und welche Teile des Gehirns a









