Keine Angst! Ich werde im heutigen Newsletter nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Gesundheitsrisiken eines Rauchers hinweisen. Die, denke ich, kennst Du zu Genüge. Es ist mir vielmehr ein Anliegen Dir gewisse Infos und Zusammenhänge zu erläutern, die – wie ich finde – für Raucher aber auch für Nichtraucher, sehr interessant sein könnten. Raucher erhalten möglicherweise eine Erklärung dafür, warum diverse “Aufhör-Versuche” gescheitert sind und Nichtraucher bringen vielleicht eine größere Akzeptanz gegenüber der Nikotinsucht auf.

 

 

 

 Vorneweg möchte ich Fakten anführen, die für jemanden, der mit dem Rauchen aufhören möchte, essentiell aber auch tröstlich sind:

1. Die körperlichen Symptome, die beim Nikotinentzug auftreten, dauern im Normalfall ca. 3 Wochen, wobei die ersten 5 Tage die schlimmsten sind. Stell Dir einfach vor, Du seist an einer Grippe erkrankt.

2. Neben der körperlichen Sucht gilt es aber auch noch die Konditionierung abzutrainieren. Darunter versteht man Schlüsselreize/Situationen, die im Gehirn mit dem Rauchen einer Zigarette gekoppelt sind. Zum Beispiel die “Morgenzigarette” beim Kaffee, die man für das Ankurbeln des Kreislaufes und der Verdauung braucht. Oder die “Gesellschaftszigarette” zusammen mit Freunden und/oder Alkohol. Oder die “Anti-Stress-Zigarette” um die Anforderungen im Job abzupuffern oder oder oder. Das Abtrainieren dieser Verschaltungen dauert ca. 6-7 Monate.

3. Die “Schmacht”, die sich in solchen Situationen einstellt hält ca. 8 Minuten an. Sie ist wie eine Welle. Entweder lässt man sich von ihr mitreißen oder man taucht mit klarem Verstand, dem Ziel vor Augen, durch sie hindurch.

Hand aufs Herz: Findest Du nicht auch, dass dies alles überschaubare Zeiträume sind?

Wie funktioniert die Nikotinfalle?

Immer dann, wenn wir uns “rundum glücklich und zufrieden” fühlen, docken körpereigene Glückshormone an die vorhandenen Rezeptoren in unserem Gehirn. Wir kommen in einen “Wohlfühl-Modus.” Dies ist der normale Regelmechanismus.

Bei einem Raucher verändert sich dieser Regelmechanismus: Nikotin bewirkt, dass sich die Rezeptoren vermehren. Die Menge an körpereigenen Glückshormonen reicht somit nicht mehr aus um alle Rezeptoren zu besetzen, mit der Folge, dass kein “Wohlfühl-Modus” erreicht werden kann. So ein Quatsch, denkst Du nun möglicherweise. Das Gegenteil ist der Fall: Raucher kommen mit jeder Zigarette in einen “Wohlfühl-Zustand”

Betrachten wir Nikotin als eine Art “künstliches” Glückshormon. Zusammen mit den körpereigenen Glückshormonen  können alle Rezeptoren besetzt und der “Wohlfühl-Modus” erreicht werden.

Was passiert aber, wenn der Nikotinpegel im Blut sinkt?

Dann nämlich sind die körpereigenen Glückshormone wieder auf sich alleine gestellt und können das “Mehr” an Rezeptoren nicht bedienen. Der Raucher spürt keinen Wohlfühl-Zustand sondern eine “kleine innere Unruhe.” Abhilfe wird mit dem Inhalieren der nächsten Zigarette geschafft: Nikotin wird aufgeraucht, alle Rezeptoren sind wieder besetzt – die innere Unruhe weicht – Entspannung stellt sich ein. Der Raucher registriert dies als “Aufwärtsbewegung” hinsichtlich der psychischen Verfassung. Bis zum nächsten Nikotinspiegel-Abfall…

Der Schlüssel liegt in den “überflüssigen” Rezeptoren, die es sich zu entledigen gilt. Dann nämlich, wenn Du Deinem Körper diese Droge dauerhaft vorenthältst, reduzieren sich die Rezeptoren wieder auf die normale (physiologische) Menge. Dann erst bist Du der Nikotinfalle entkommen.

Die Erfahrung lehrt uns, dass Dinge, die man verstanden hat, besser verinnerlicht und umgesetzt werden können. In diesem Sinne wünsche ich den Rauchern unter Euch Durchhaltevermögen bei ihrem nächsten Aufhör-Versuch. Den Nichtrauchern unter Euch wünsche ich, dass sie Ihrem Partner mit Zuversicht und Verständnis begegnen können.

Im Folgenden ein paar Tipps, wenn Du einen Aufhör-Versuch eigeninitiativ beginnen möchtest:

  • Halte Dir die wirklich überschaubaren Zeiträume vor Augen, die es Dir möglicherweise einfacher machen Dein Ziel zu erreichen.
  • Verabschiede Dich frohen Herzens von der letzten Zigarette und rauche sie mit Genuss und Achtsamkeit.
  • Die Asche dieser letzten Zigarette füllst Du in mehrere kleine Gefäße. Eines für die Handtasche, für die Sporttasche, für das Auto, für Zuhause. So kannst Du bei Bedarf jederzeit daran riechen. Damit täuschst Du Dein Gehirn und die Gier auf eine Zigarette kann vermindert oder sogar für diesen Moment gestoppt werden.
  • Wähle einen Zeitraum, in dem Du Dich besser auf die körperlichen Symptome einlassen kannst. (z.B. im Urlaub)Bei dem Abtrainieren der Konditionierung kannst Du folgendermaßen vorgehen:
  • Verinnerliche den Satz „Ich will meine nichtsnutzigen Rezeptoren los werden“, schreibst ihn auf selbstklebende Notizzettel und pinnst ihn an sichtbare Stellen. (z.B. an den Badezimmer-Spiegel, Kühlschrank etc.)

  • Mach‘ eine Pro- und Kontra-Rauchliste!
  • Analysiere Dein Rauchverhalten, indem Du aufschreibst in welchen Situationen und Stimmungen Du rauchst!
  • Sei auf der Hut vor dem „Ausrutsch-Dreieck“ Alkohol, Andere Raucher, Ärger/Stress und überliste es mit der 3-A-Regel: Abhauen, Ablenken, Abwarten!
  • Ausrutscher sind weder ein Versagen noch ein Rückfall. Akzeptiere sie, drücke die Zigarette aus, und fahre fort auf dem Weg zum Nichtraucher!
  • Unterstütze Deinen Körper mit Vitalstoffen: z.B. B-Vitamine, Magnesium, Vitamin C. (Mehr Infos hierzu bei mir!)
  • Wenn Du es geschafft hast Nichtraucher zu sein, probiere nie wieder auch nur eine Zigarette!
  • Entgehe der „Moppelfalle“ bzw. den Heißhunger-Attacken, indem Du vor jeder Mahlzeit oder (Süß)Snack erst mal einen Eiweißsnack vorschaltest. Es reichen schon ein paar Löffel ungesüßten Naturjoghurt oder Quark, ein Stück Käse oder ein Ei. Dadurch bewirkst Du, dass es zu keinen großen Insulin-Schwankungen kommt. Die sind nämlich u.a. verantwortlich für Gelüste und Heißhunger-Attacken.
  • Bitterschokolade (70% Kakao-Anteil) in Maßen ist erlaubt und sorgt für Endorphine.
  • Heißer Basen-Tee beruhigt!

Vielleicht helfen Dir diese Tipps der Nikotinfalle zu entkommen. Wenn Du jedoch gerne diesbezüglich an die Hand genommen werden möchtest und professionelle Unterstützung wünschst, kannst Du mehr zu dem von mir angebotenen Raucherentwöhnungsprogramm unter www.hp-carmen.de erfahren.

 

Mit Freunden teilen