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Vorhofflimmern: Frühe Katheterablation erzielt langfristig bessere Ergebnisse als Medikamente

Joachim Kübler · · 2 Min. Lesezeit

/radub85, stock.adobe.com

Eine frühzeitige Katheterablation kann bei Patienten, die erst seit kurzem und nur vorübergehend unter Herzrhythmusstörungen leiden, das Auftreten eines permanenten Vorhofflimmerns häufiger verhindern als eine initiale medikamentöse Therapie. Dies kam in einer randomisierten Studie heraus, deren 3-Jahres-Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Heart Association veröffentlicht und im New England Journal of Medicine (NEJM 2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2212540) publiziert wurden.

Eine Katheterablation kam früher, weil sie nicht ohne Risiken ist und Gewebe auf Dauer zerstört, nur für Pa­tienten infrage, die unter einer medikamentösen Therapie keinen Sinusrhythmus erreichen. Die Voraus­setzun­gen haben sich in den letzten Jahren geändert, weil die Katheter­ablation mit zunehmender Erfahrung als sicher eingestuft wird und auch die Medikamente teilweise deutliche Nebenwirkungen haben. Diese können das Vorhofflimmern nur unterdrücken, während die Ablation die Chance bietet, das Problem auf Dauer zu beseitigen.

In der kanadischen EARLY-AF-Studie wurde in den letzten Jahren untersucht, ob eine Katheterbehandlung bereits im Frühstadium Vorteile gegenüber einer medikamentösen Therapie hat. An 18 Zentren des Landes wurden 303 Patienten, die unter einem temporären Vorhofflimmern litten, das nur zeitweise zu Symptomen geführt hatte, zu gleichen Teilen auf eine Ablation oder auf eine zunächst nur medikamentöse Therapie randomisiert. Die Ablation erfolgte mit einem Kryokatheter, einem etablierten Verfahren in der Katheter­behandlung des Vorhofflimmerns.

Allen Teilnehmern der Studie wurde nach der Behandlung ein kleiner Loop-Recorder implantiert, der perma­nent den Herzrhythmus aufzeichnet. Jason Andrade vom Vancouver General Hospital und Mitarbeiter konnten deshalb ermitteln, wie sich die Behandlung auf die Häufigkeit und die Dauer der Vorhofarrhythmien auswirkt.

Nach den vor 2 Jahren auf der Jahrestagung der American Heart Assoziation vorgestellten und im New Eng­land Journal of Medicine (2021; 384: 305-15) publizierten Ergebnissen war es im ersten Jahr nach der Kathe­terbehandlung seltener zu einer erneuten atrialen Tachyarrhythmie gekommen (42,9 % versus 67,8 %; Hazard Ratio 0,48; 95-%-Konfidenzintervall 0,35 bis 0,66), die auch bei weniger Patienten symptomatisch war (11,0 % versus 26,2 %; Hazard Ratio 0,39; 0,22-0,68).

Mehr unter:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/138735/Vorhofflimmern-Fruehe-Katheterablation-erzielt-langfristig-bessere-Ergebnisse-als-Medikamente?rt=3aef87d9cd41819fddf16854fdb147dc

Quelle:
Deutsches Ärzteblatt

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